Mein endliches Leben

von marie mehrfeld
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Bist du Schwarzseher, bist Du Optimist,
oder weißt Du gar nicht, was ersteres ist,
weil Du nur rosafarbene Brille trägst
und Dir alles, alles zum Guten auslegst,

ich bekenne hier, ich gehöre zu beiden,
mal bin ich ganz oben, mal ist da nur Leiden,
doch wenn ich tatsächlich unglücklich bin,
wenn vergeblich ich suche nach Lebenssinn,

wenn nichts so ist, wie ich wirklich will,
dann denk ich an Dich und werde still,
dann freu ich mich dankend meines Lebens,
selbst Schmerzen scheinen dann nicht vergebens,

in Dunkelheit wurde mein Wesen geschliffen,
da hab ich den Wert des Daseins begriffen,
jetzt lebe ich einfach und mach meine Sachen,
murrend nur selten, im Grunde mit Lachen,

denn nur mit Heiterkeit im Gesicht
trägt jede Stunde ein helles Licht,
so werden die Tage nur halb noch so schwer,
mein Trauergedächtnis wird nach und nach leer,

ich summe und singe und fange neu an
und vertraue einfach die Sorgen dem an,
der vom Abend zum Morgen, am Tag, in der Nacht,
mich behütet, beschützt und über mich wacht,

so finde ich Freude an kleinen Dingen,
und der Kummer, ein Vogel mit schwarzen Schwingen,
erhebt sich, fliegt klagend in ferne Welten,
sein Krächzen höre ich nur noch selten,

nur die Liebe, sie gleicht den Schmetterlingen,
trägt uns ins Blaue, lässt tanzen und singen,
so ist es eben, mein endliches Leben,
mal unten, mal oben. Ich kann es nur loben.

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Kommentare

25. Jun 2018

Danke, liebe Marie, auch Dein Gedicht kann ich nur loben: Es gibt Menschen Mut und Zuversicht. Neben dem "Unten" muss es auch ein "Oben" geben, und Freude ist Freude; auch ich freue mich an kleinen Dingen und bin zufrieden, wenn ich lesen, schreiben und malen kann. Auch den schwarzen Vogel kann man mit guten Gedanken schon vertreiben.

Liebe Grüße,
Annelie

25. Jun 2018

Danke, liebe Annelie, ja, man ist mal heiter, mal düster gestimmt, und das schlägt sich in den Texten nieder, die man verfasst. Lesen, schreiben und malen, die 3 hören auch zu meinen Elixieren, Dir einen ganz besonders guten Tag ...

liebe Grüße - Marie

25. Jun 2018

Ein guter, starker Text, wie es mich deucht!
(Krause auch SCHWARZE Vögel scheucht ...)

LG Axel

25. Jun 2018

Schwarze Vögel, die bringen kein Glück.
Doch Krause schreckt ja vor nichts zurück ...

LG und Dank
Marie

25. Jun 2018

Das ist schön liebe Marie, eine/Deine gute und kraft gebende Einstellung.
Jeder muss seinen besten Weg finden und gehen …

Herzliche Grüße
Soléa

25. Jun 2018

Das ist wahr, Jede/r finde ihren/seinen persönlichen Weg, das ist eine Erkenntnis, die man sich erkämpfen muss, danke, Soléa, und liebe Grüße zu Dir

Marie

25. Jun 2018

Dein Text hat mich sehr berührt, liebe Marie, welch große Gelassenheit, Weisheit, Trost und Zuversicht Du mitteilst, das überträgt sich auf mich. Das Leben annehmen, wie es ist!

Danke & herzliche Grüße, Monika

26. Jun 2018

Danke für Deine Worte, liebe Monika,
die Gelassenheit brauche ich, wie wir alle,
aber oft glänzt sie leider durch Abwesenheit ...

herzliche Grüße zurück zu Dir
Marie

26. Jun 2018

Schön. So spricht mich das Gedicht an,
mit dem ich voll übereinstimmen kann.
Danke.

LG Monika

26. Jun 2018

Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht
und über mir der Himmel und unter mir die Wellen
ein schöner Traum ........
(Goethe)

Grüße

Jürgen

26. Jun 2018

Ja, "Faust", eine gewaltige Sprache, unübertroffen,
danke dafür, Jürgen ...

Grüße zurück
Marie

28. Jun 2018

Die Sorgen der Nacht
Vertraue dem Tag:
Du siehst die kleinen Dinge,
die Glück ins Leben bringen
und Freude trotz Traurigkeit -
Zum Träumen ist immer rechte Zeit
Vor allem zur Zufriedenheit
Trägt uns im Leben Heiterkeit...
- und auch schwarzer Humor befreit
(zumindest manchmal;) )
Da kann ich mich den vielen Kommentaren nur anschließen - LG Yvonne

29. Jun 2018

Danke, Yvonne!
Ja, ganz ohne den schwarzen Humor
kommt uns das Leben fade vor -
nicht immer ist alles im Gleichgewicht
und erst das Dunkel erhellt die Sicht ...

LG Marie