Fragil

von marie mehrfeld
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Pass nur auf, du bist fragil!
Stimmt nicht, ich bin ganz stabil.
Meinen Job, den brauch’ ich nicht.
Sagte ich euch ins Gesicht.
Lange Reisen werd’ ich machen.
Feiern. Tanzen. Ganz viel lachen.
Schlafen morgens bis um zehn.
Brauch nicht mehr zur Arbeit geh’n!

Dacht’ ich. Unversehens doch
fiel ich in ein tiefes Loch.
Burned out war ich, sehr gefährlich.
Depression, so klingt es ehrlich.
Schwarze Nächte. Trübe Tage.
Viele Tränen. Stets nur Klage.
Große Leere. Nichts gegessen.
Hab’ die Liebe auch vergessen.

Doch ich wollt’ nicht traurig bleiben.
Fing ganz einfach an zu schreiben.
Wie im Wahn hackt’ ich Geschichten
in den Laptop. Wollt’ es richten.
Mit den Toten mich versöhnen.
Ohne sie so zu verhöhnen.
Alte Ängste neu betrachten.
Und mich selber mehr beachten.
Hab mein eignes Lied gesungen.
Weiß nicht, ob mir das gelungen.
Ja, ich lernte sagen – ICH!
Und die Dunkelheit, die wich.
Nach und nach. Und ich spürte
wie sich altes Leben rührte.

Froh bin ich. Ich kann so viel.
Hören. Sagen. Mit Gefühl.
Dieses Wandern durch die Nacht -
es hat mutig mich gemacht.

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Interne Verweise

Kommentare

Detmar Roberts
24. Sep 2017

Starker Text, Marie. Vielleicht handelt er von dir, vielleicht auch nicht. Er macht mir Mut. Dinge angehen, offen legen, sich versöhnen. Ich versuche es auch, geling nicht immer. Dranbleiben ist die Devise.
Grüße D.R.

25. Sep 2017

Danke, Detmar, für den unerwarteten Kommentar
für mein schon etwas älteres Gedicht.
LG - Marie