Meines Himmels Regenbogen

von Ella Sander
Mitglied

Der Himmel in mir
trägt einen schwarzen Regenbogen
der mich mit brennend' Blick verfolgt
erst recht in meinen nächtlich' Träumen.
Aus den Realitäten
die meinem Geiste zur Verfügung steh'n
wählte ich meine aus
denn nichts zu sehen
nichts zu empfinden
und nichts zu denken
hab' ich versucht;
Es funktioniert nicht.

Das Leben stellt uns unverhofft
auf harte Proben;
Es fragt nicht
ob wir bereit sind für den Schmerz
den wir nach jedem mal
zu überwinden suchen.

Den Traum
mein bestes Ich zu finden
und zu leben
hab' ich nicht aufgegeben
obwohl das Dunklel
jenes Regenbogens
mich manchmal
auch an Sonnentagen blendet
und das unfassbar Laute meiner Stille
mich oftmals unerwartet überwältigt.

Doch immer häufiger
erkenne ich Vollkommenes
im Unvollkommenen;
Erfreue mich an kleinen Dingen
welche mir früher oft verborgen blieben.
Und immer mehr zeigt sich das Blau
hinter dem Regenbogen.

Sind wir nicht alle
irgendwann und irgendwo
im Laufe uns'res Lebens
wie ein verletzter Vogel
der einen sich'ren Platz zum Landen sucht?

Rechtshinweis:
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich oder durch Copyright geschützt und darf ohne Genehmigung nicht verwendet werden.

Interne Verweise

Kommentare

29. Jan 2019

Interessant, dass Du das ansprichst, lieber Alf.
Ich möchte gerne diesen Teil erläutern und hoffe, ich langweile Dich nicht.
Meine Tochter (23) ist so lieb und analysiert jedes meiner Gedichte, was ich super finde, da ich dann weiß, ob die Verse das ausdrücken, was ich sagen möchte.
Ich las ihr das Gedicht vor, ohne den eigentlichen Schlusssatz, da ich mir nicht sicher war, ob das Gedicht ihn braucht. Nachdem sie fertig war, fragte sie: "Sollten wir das nicht selbst sein, der sichere Platz zum Landen?"
Und da wusste ich, wenn eine so junge Frau zu diesem Schluss kommt, braucht das Gedicht keinen anderen mehr, der da gelautet hätte:
"Inzwischen weiß ich, der bin ich selbst."

Vielen Dank, lieber Alf
und herzliche Grüße,
Ella

29. Jan 2019

Vollkommenes im Umvollkommnen sehen,
das heißt, das Leben neu verstehen ...

liebe Grüße - Marie

29. Jan 2019

Ja, um das Leben zu verstehen
Muss man nur lange genug leben :)

Dankeschön, liebe Marie
und herzliche Grüße,
Ella

29. Jan 2019

Gefällt mir, liebe Ella, sehr ansprechende Zeilen, in denen ich mich wiederfinde.

Sei lieb gegrüßt
Soléa

29. Jan 2019

Das freut mich sehr, liebe Soléa :)
Vielen herzlichen Dank und liebe Grüße,
Ella

29. Jan 2019

Mir hat Deine Antwort zu Alfs Kommentar sehr gefallen. Ich stimme Deiner Tochter zu.
Wohl dem, der bei sich selbst kehrt ein, statt Wüsten pilgerend zu durchziehn (Rumi).
LG
Jürgen

29. Jan 2019

So mancher hat wohl keine Wahl,
Muss weite Wüsten erst durchqueren,
Geht weite Weg, oft mit Qual,
Um bei sich selber anzukommen.

Vielen Dank für den bereichernden Kommentar, lieber Jürgen.
Freue mich sehr darüber :)

Herzliche Grüße,
Ella

30. Jan 2019

Das hast Du fein geschrieben, liebe Ella. Und Deine Tochter ist ein sehr kluges Mädel.

Liebe nächtliche Grüße,
Annelie

30. Jan 2019

Vielen herzlichen Dank für den schönen Kommentar, liebe Annelie, über den ich mich sehr freue und noch mehr zu schätzen weiß, da Du doch im Moment alle Hände voll zu tun hast. Ein Hörspiel zu schreiben ist sicher eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel Aufmerksamkeit und Konzentration erfordert. Bin sehr gespannt und freue mich darauf. :)
Meine Tochter und ich stehen uns sehr nahe. Wir führen oft Gespräche über alle möglichen Themen, wobei wir versuchen, das jeweilige Thema, aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten. Das macht Spass und ist sehr bereichernd für uns beide. Ich bekomme Einblicke in die Gedankenwelt der Jugend und sie lernt die Gedankenwelt eines gereifteren Menschen kennen. Das ist sehr interessant und bringt uns einander nahe.

Für das Hörspiel wünsche ich Dir viele tolle Ideen und gutes Gelingen.
Alles Liebe und herzliche Grüße,
Ella
Bis Sonntag :)