Befreiung

von Ella Sander
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Der bissige Duft giftträchtiger
Seelenbitterkeit ritzt gramumwölkt
Eisblumen ins Angesicht,
die unversöhnlich auf das Leben
blicken, ohne jemals zu bemerken,
dass hinter alledem, ein

Schöpfergeist nur darauf wartet,
Lichtgewebtes zu erschaffen,
Wundervolles geschehn zu lassen.
Stattdessen harrt der schöpferische
Geist blutleer verwaist im
Jammermeer der Bitterkeit,

auf selige Befreiung hoffend,
wohl ahnend, dass die ersehnte
Freiheit, sich nur in der fast
unerreichbaren Vergebung
findet, da sie, wahrscheinlich
nur sie, schmerzhafte
Ungeheuer und Dämonen
im Loslassen bindet.

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Kommentare

28. Jan 2020

Hallo Ihr Lieben,
die größere Schrift lässt am Hany leider keine optisch schönere Stropfenbildung mehr zu. Auch wenn die Texte jetzt besser lesbar sind, vermisse ich die schöne Form, da ich alles am Smartphone mache.

Herzliche Grüße
Ella

28. Jan 2020

Hallo Ella, die Schrift ist für mobile Geräte optimal. Die Schriftgröße hat sich von 16 auf 17px (1 Pixel) geändert. Eine Website muss sich auf einem mobilen Gerät nicht den Inhalten anpassen - die Inhalte müssen sich der Website anpassen und für alle Nutzer gut lesbar sein. Das tun sie. Viele Grüße

28. Jan 2020

Hallo Literat Pro,
ich verstehe und danke für die Info.
Vielen Dank auch für diese tolle Plattform, auf der nicht nur unsere Werke einen würdigen Rahmen finden, sondern auch so viel wunderbare Weltliteratur zu finden ist. Danke dafür :)

Herzliche Grüße
Ella

28. Jan 2020

Schön, dass es Ihnen hier gefällt und vielen Dank! Herzliche Grüße, Denis

28. Jan 2020

Wer nicht loslässt, bleibt gefangen -
Er-baut sich selbst des Käfigs Stangen ...

LG Axel

28. Jan 2020

Ja, so ist es.
Dankeschön, lieber Axel :)

Herzliche Grüße
Ella

28. Jan 2020

Vergeben, bedeutet verstehen – mit anderen Augen zu sehen.
Zu vergeben braucht es oft Zeit, muss, wie vieles andere, auch gelernt sein.

Liebe Grüße
Soléa

28. Jan 2020

Oft ist es schwer, über Kränkungen hinwegzukommen, obwohl sie das Leben beeinträchtigen. Die Perspektive zu ändern, kann sehr hilfreich sein. Da stimme ich dir zu, liebe Soléa.

Vielen Dank für deine Gedanken zum Thema und ganz liebe Grüße
Ella

28. Jan 2020

Loslassen und damit Bitterkeit überwinden zu können schenkt Befreiung , doch der unumgängliche Schritt dahin führt über Vergebung und die erfordert Selbsterkenntnis . Nicht immer einfach. Ein sehr tiefgehendes Gedicht, mit dem Du das Innerste menschlichen Seins berührst, liebe Ella. Herzlich grüßt Ingeborg

28. Jan 2020

Vielen Dank für den schönen Kommentar, liebe Ingeborg.

Ein bekannter Psychiater aus Wien, Prof. Dr. Raphael Bonelli, setzt sich dafür ein, die Verbitterung als Störung anzuerkennen. Der Leidensdruck der Betroffenen ist erheblich. Sie sind erstarrt in ihrem Schmerz, der eine sehr bittere Sicht auf das Leben erschafft. Gerade ältere Menschen sind häufig betroffen, aber nicht nur.
Wird die Verbitterung als Störung erkannt, kann den Betroffenen geholfen werden. Das wäre sehr gut, denn alleine schaffen sie es oft nicht, die Verbitterung zu überwinden.
Das Leben ist ein Geschenk, das man nicht zwei mal erhält. Wie schade, wenn man es nicht genießen kann.

Herzliche Grüße
Ella

28. Jan 2020

Freiheit in der Vergebung finden -
das ist auch mein Ziel, liebe Ella.
Ist es wriklich unerreichnbar?

Liebe Grüße - Marie

29. Jan 2020

Nur fast unerreichbar, liebe Marie. Es ist möglich. Wie ich schon Soléa schrieb, kann ein Perspektivwechsel manchmal ausreichend sein und die Bereitschaft verstehen zu wollen. Meinen Eltern konnte ich vergeben, nachdem ich mich überwunden hatte, ihre "Schuhe" anzuziehen. Ich erkannte ihre Überforderung, ich sah ihr Unwissen, ich fühlte wie furchtbar es ihnen in Ihrer Kindheit ergangenen war und ich entwickelte Mitgefühl. Sie wussten es nicht besser, sie konnten es nicht besser. Dennoch tragen sie dafür die Verantwortung. Es bleibt ihrem" Karma " angehaftet, wenn du so willst. Durch die Vergebung konnte ich inneren Frieden finden. Was könnte wertvoller sein?

Herzliche Grüße
Ella

29. Jan 2020

Liebe Ella, leider hilft bei den wirklich Bösen Vergebung keineswegs, Schweigen über die Untaten noch weniger.
Ich denke an Faschismus, z.B. Hitler, an Kommunismus, z.B. Stalin, an religiösen Wahn, z B. die ISIS und weitere tausend Ideologen und Ideologien.
Leider ist es so. Ich weiß, "Gutmenschliches" Schweigen ist sympathischer, als meine Worte dazu.
LG an dich
Uwe

29. Jan 2020

Lieber Uwe,
ich kann deine Einwände sehr gut nachvollziehen. Glaube mir, es hat Jahre gedauert, bis ich den Mist aus meiner Kindheit hinter mir lassen konnte.
Vergeben heißt nicht gleichzeitig Gutheißen oder geschehen lassen. Vergeben heißt nur seinen Frieden damit machen um innerlich aufatmen zu können, sonst bleibt man in der Vergangenheit verhafttet, was natürlich Einfluss auf die Gegenwart hat (evtl Depressionen oder andere psychische Erkrankungen,oder einfach nur unbändige Wut, die mein Weltbild bestimmt ) und es bestimmt auch die Zukunft. Unrecht bleibt es trotzdem und dagegen muss natürlich etwas unternommen werden.

Herzliche Grüße
Ella

29. Jan 2020

Feine Antwort von dir, liebste Ella, herzlich danke ich es dir. Und von vornherein habe ich mit dem "Schweigen" und Verschweigen der Inhalte der heute gefährlichsten Ideologie,
(sowie, was heute daraus in der Welt losgetreten wird!), nicht dich gemeint, glaub es mir bitte. Ich weiß, du stehst für Gutes gerade.
Liebe Grüße immerzu in deine Richtung
von Uwe

29. Jan 2020

Ich glaube dir, lieber Uwe :)
Das Thema Vergebung ist sehr Vielschichtig und häufig belastet. Leider lässt es sich durch Schreiben nicht so gut erörtern wie in einem tiefsinnigen Gespräch von Herz zu Herz.
Alles Liebe und herzliche Grüße
Ella

29. Jan 2020

Wenn man nicht zur Vergebung findet, dann bleibst du selber tief verletzt zurück und deine Aura stirbt. Es ist immer einfacher gesagt als getan. Nietzsche soll gesagt haben, dass der Mensch aus seinen Schmerzen wächst und so gestärkt wird. Er selber gab zu, dass er nicht zu diesen gehörte. Sich mit der Zeit aussöhnen und Frieden finden, aber die Erinnerung bleibt wie ein eingepflanztes Mahnmal.
LG Jürgen

29. Jan 2020

Ja, du hast recht lieber Jürgen, die Erinnerung bleibt, aber durch die Vergebung tut sie nicht mehr weh. Sie dient nur noch dazu, daraus zu lernen, gleichzeitig verlasse ich die Opferrolle.
Wer einmal erfahren hat, wie heilsam Vergebung für sein Inneres ist, der möchte sie nicht mehr missen, was auf Dauer zu innerer Gelassenheit führt. Das heißt natürlich nicht, dass ich alles mit mir machen lasse, oder das ich alles gutheiße, was passiert - als Wegweiser dienen da meine Werte- es heißt nur, dass es mich nicht mehr aus der Fassung bringt und ich in Ruhe darüber nachdenken kann, wie ich damit umgehe, wie ich darauf reagiere.

Vielen Dank für deine Gedanken zum Thema, lieber Jürgen. Es scheint ein Thema zu sein, dass die Gemüter sehr bewegt und zum Nachdenken anregt.

Herzliche Grüße
Ella

29. Jan 2020

Da bin ich ja auf dem besten Weg...
Und die Selbsterkenntnis kann so unsagbar schmerzlich sein und orientierungslos machen. Gut, wenn es dann einen geschützten Ort gibt, an dem ich im Neuen leben lernen kann.
Das hast Du sehr gut beschrieben!

Liebe Grüße von Britta

Schwerer,
grauer Schleier
bedeckt erbarmungslos alle
Leichtigkeit, Farben und Schönheit.
Verbitterung

29. Jan 2020

Liebe Britta,
ich hoffe, du bist auf dem besten Weg NICHT zu verbittern. Das wäre viel zu schade und eine sinnlose Verschwendung. Dafür sind das Leben und du viel zu kostbar :)

Vielen Dank für die schönen Worte und das wunderbare Elfchen. Damit bringst du es genau auf den Punkt.

Herzliche Grüße
Ella