Angst

von Sigrid Hartmann
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Ganz tief in mir hockt eine Freude,
die nur das Leben selber sieht.
Doch ist's die Angst, vor der sie ängstlich
bis in die tiefsten Tiefen flieht.

Geschürt von denen, die selbst ängstlich
die Angst als ihre Waffe sehen.
Die sich vor bunten Farben fürchten
und Anderssein niemals verstehen

Schwarz-weiß sind darum ihre Farben,
bist du nicht für, bist gegen sie.
Nach rechts oder nach links zu blicken,
das schaffen diese Menschen nie.

So bauen sie sich eigene Welten
in denen sie das Zentrum sind.
Stell deinen Fuß in ihre Stapfen,
weil man mit ihnen dann gewinnt.

Tritt nicht heraus, sei nicht die Sonne,
erlaub der Freude keinen Schritt,
denn du bekommst, wenn sie sich zeiget,
ganz sicher wieder einen Tritt.

Nur wenn du klein bist sind sie sicher,
vergessen ihre eigne Angst.
Es ist das Mahl für ihre Freude,
wenn zitterst du und wenn du bangst.

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Kommentare

28. Mai 2017

Über Deine treffende Zeilen liebe Sigrid, sollte, außer lesen, sich auch jede/r Gedanken machen.
Einen schönen Sonntag und viele Grüße
Soléa

28. Mai 2017

Dieses Gedicht passt hervorragend - zu Trump im Natohauptquartier und zum Foto: "Trump und der Papst": Gegensätzlicher geht es nicht! Dem Papst ist die Bestürzung und die Sorge nach dem Treffen mit Trump anzusehen, Trump lacht wie ein Primelpott, der hat keine Sorgen, Sigrid. - Trump gehört an die Börse - aber selbst dort würde er unangenehm auffallen. Danke für das ausgezeichnete Gedicht.

Liebe Grüße,
Annelie

28. Mai 2017

Die Angst hinter der Freude - ich kenne sie gut.
Du sprichst Wichtiges in schöner Form an.
Liebe Grüße, Marie