Traumes' Tod

Bild von Claudia Willmes
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Verklärt verliert sich dein Blick in der Ferne,
saugt sich in die Weiten des Horizonts.
Die Zeit, sie schwimmt träge vorbei,
treibt haltlos im leeren Raum, ohne Eile.
Staubpartikel schweben schwerelos aufwärts
vor deinem inneren Auge und
du schüttelst die Kissen deines Schlafgemachs auf,
in die du deine Sehnsüchte bettest ,
noch bevor die Nacht anbricht.
Der aufsteigende Mond beäugt dich neugierig,
gar mitleidig
durch das geöffnete Fenster
und du stehst reglos in seinem Lichtkegel,
gibst dich ihm in deiner ganzen Nacktheit preis.
Die Kälte der Einsamkeit kriecht dir unter die Haut
und du atmest Eiskristalle gegen die undurchdringbare
Barriere deines aufflammenden Schmerzes.
Erinnerungen haben sich eingenistet in dein
wirres Haar, wie aufgescheuchte Fledermäuse.
Du schüttelst es heftig und triefend tropfen sie herab
auf deine nackten Füße,
bilden eine zähflüssige Lache, die zu flüchten versucht
in die winzigen Ritzen des
kalten Dielenbodens deiner sterbenden Hoffnungen.
Die Nacht saugt alles begierig in sich auf
und der Mond, er stiehlt dir deinen Traum
noch bevor der Tag anbricht,
entflieht mit ihm in die Morgenröte.

(c) Clou Dy 2017

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