Über allen Wipfeln

von Robert K. Staege
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Die Welt erscheint mir
so seltsam gesprenkelt,
wie es zitternd flimmert
und wie Gebrüll von den Lichtungen
drohend zu mir herübergleißt.

Lichtlanzen und dampfendes Zwielicht
kämpfen stumm und verbissen zwischen
all den erstarrten Baumsoldaten.

Ringsum bis über die Köpfe ist
alles Gezwitscher, Rufen und Rauschen
nach und nach erstorben.

Grelle Hitze liegt
wie ein glitzernder Knebel
auf der ächzenden Welt
und bringt alles zum Verstummen.

Nur in mir gellt ein Schrei ...

Geschrieben am 30. Juni 2020.

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Kommentare

02. Jul 2020

Das ist doch echt spannend, wie unser Inneres unsere Wahrnehmung und Kreativität beeinflusst. Du erinnerst mich an meinen "Frühsommerregen". Womöglich hatten wir beide ein ähnilches Bild vor Augen (und Körper), und trotzdem sind die Texte so unterschiedlich. Sehr spannend! Und eine große Beruhigung, dass wir alle so unterschiedlich und kreativ sind.
Vielen Dank für Deinen Text!
Liebe Grüße von Britta

02. Jul 2020

Gern geschehen! Und Kreativität ist (außer beim Bösen) immer gut. Danke für Dein Mitschwingen!