Die Spreu

von Alf Glocker
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Webe den Mondglanz zum seidenen Tuch,
verzeihe dir alles, sogar den Bruch,
der dich von deiner Vergangenheit trennt,
die dich, ganz schonungslos, namentlich nennt.

Geh in den Netzen, die dich umfangen,
sei nur der Ausdruck von deinem Verlangen –
weiche nicht von dem, was dich bedrückt,
bleib im April – wohin man dich schickt!

Du bist der Rabenteil einer Verfügung,
die in sämtlichen Graden und deren Biegung,
alles erklärt, was für dich gar nicht stimmt,
du kleines Lichtchen, das verborgen nur glimmt.

Geh in der Nacht nicht alleine spazieren –
Du würdest dich nur in dir selber verlieren!
Bleibe dem Nebel der Epochen stets treu,
wie eben – neben dem Weizen – die Spreu!

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Kommentare

31. Dez 2015

Das kleine Lichtchen strahlt, fein, hell:
Der Text scheint zeitlos. Aktuell!

LG Axel

01. Jan 2016

Lichtfunke

Bleib in dir selbst und lasse dich fangen
von den silbernen Strahlen des gütigen Monds,
die tief in dein Innerstes gelangen,
wo der Funke des Lebens beharrlich wohnt.

Ein kleines Licht nur, und dennoch: ein Licht!,
das Nebel und Dunkelheit freundlich durchdringt
und das, selbst wenn es nur leise spricht,
dennoch Hoffnung und Zuversicht bringt.

So geh diesen Weg in das noch junge Jahr
und sieh all die Lichter rings um dich her,
doch bleibe dir treu, wie es immer war,
so zu sein wie du - schafft es keiner mehr!

noé/2016

Na, schau mal, da ist aus einem Kommentar mein erstes Gedicht für 2016 geworden ...
Willkommen im neuen Jahr!