Der Morgen graut

von Alf Glocker
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Am Horizont entsteht ein dünner, heller Streifen,
die Nacht erbleicht mit ihren 1000 Sonnen
und alle Träume lassen ihre Sehnsucht schleifen –
der Wettkampf um das gold’ne Garnichts hat begonnen,
wobei du sagst, daß du dir einen Wunsch erfüllst.
So ist der alte Anspruch selig wieder auferstanden,
durch welchen du erreichst was du oft gar nicht willst.

Am Gängelband der vorgeprägten Tagesstunden
beginnst du deinen neuen Lebens-Hürdenlauf!
Damit hast du das „selbstgewählte“ Glück gefunden –
dein Herz geht dir gleich wie ein Taschenmesser auf –,
du bist dir sicher, daß die Kräfte dich verführen,
die dich aus diesem Erdenstaub dafür erfanden,
daß alle Zeiten, Welten, noch deine hohen Ziele spüren.

Steig in die Zahnradbahn, für jenen steilen Hügel,
der dich nach oben – in den Abgrund – hebt,
denn am Plateau, da gibt es Küsse und auch Prügel,
da zeigt man dir, was dem geschieht, der lebt!
Du wirst auch dort mit dir und dem zufrieden sein,
was du in Furcht und Mühsal knapp bestanden,
nicht überwunden hast, zum allgemeinen Schein.

So mag der Ansturm in ein feines Aus beginnen,
so mag der Vorhang, hier, in dem Theater weichen.
Du forderst sie und opferst dich den Sinnen.
Dadurch wirst du des Schauspiels Folgen mit erreichen,
weshalb du dich bestätigt findest – und du bleibst
real, mit allem was dich ausmacht, gern vorhanden,
indem du alles was du weißt und kannst betreibst!

©Alf Glocker

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Kommentare

08. Jul 2016

Schon dieses Bild hat eine faszinierende Aussagekraft. Wahnsinn. Zudem der Text alles noch bestärkt. Klasse.
LG Monika