Der Nikolaus stand vor der Tür

Bild von Horst Fleitmann
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Ihr könnt es mir glauben… ich hab ihn gesehen,
er kam vor der Tür mit dem „Renn“ - Tier zum Stehen.
Man hörte ihn prusten und schniefen und schnaufen,
wahrscheinlich kaputt vom Geschenke einkaufen.

Dann zog er zuerst seine Mütze vom Kopf,
danach machte er an der Pforte klopf - klopf.
Und als ich ihm öffnete sagt er zu mir:
„Pass auf Alter, erst gibst Du mir jetzt ein Bier,

und danach beschere ich gern Deine Blagen.
Du kannst unterdessen Geschenke reintragen.“
Nun war ich doch selber zunächst ganz perplex,
A ) wegen der Uhrzeit und B ) ob des Schrecks.

Ich hab keine Kinder im Weihnachtsmann-Alter.
Der eine ist Bäcker der andre Verwalter.
Du musst Dich geirrt in der Anschrift wohl haben,
hör ich mich beim Reintragen aufgeregt sagen.

Doch als ich den Schlitten komplett dann geleert,
lief etwas beim Weihnachtsmann ziemlich verkehrt:
Er lag unterm Baum, noch das Bier in der Hand.
Ich schaute ihn an und war ehrlich gespannt,

womit er mir nun zu erklären versucht,
Warum er mich heute und hier wohl besucht.
Da kippte der Baum auf des Weihnachtsmanns Bauch
und ich, wohl vor Schreck, wachte urplötzlich auf.

Das war‘s mit dem Weihnachtstraum in diesem Jahr.
Ich hatte den Kerl echt nicht auf dem Radar.
Doch wenn er dann kommt, ja dann werd‘ ich ihm sagen,
er könnt‘ die Geschenke gern selber reintragen.

© Horst Fleitmann 2020

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Kommentare

07. Dez 2020

Wir lassen uns den Humor - auch zur Nikolauszeit - nicht nehmen.
Toller Text ! HG Olaf