Die Spinne

Bild von Alf Glocker
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Ich weiß nicht, daß ich hässlich bin,
ich weiß nur, daß ich lebe –
mir kommt in meinen wachen Sinn,
daß ich ein Netz hier webe …

Auch weiß ich nicht, wie grausam es
ist, was hier mit dem geschieht,
der vor mir hängt in Angst und Stress,
woraus er nimmermehr entflieht …

Ich sauge ihm sein Fleisch und Blut
aus dem lebend‘gen Leib –
und dabei trag ich meine Brut
zum schönen Zeitvertreib …

„Ihn“ hab ich schon längst verspeist.
Es hängt nur noch seine Haut
in meinem Netz, die drauf verweist:
Er hat auf sich vertraut …

Was mir gefällt, wird auch benützt,
weil es die Erde so bestimmt –
kein Engel und kein Dämon schützt,
was sich in Schmerzen krümmt …

Denn ich bin eine Superbraut
in dieser grauenhaften Welt!
Ein wilder Gott hat mich gebaut,
dem was ich tu gefällt …

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Kommentare

11. Okt 2020

Auch Spinnen haben eine Gesinnung!

Liebe Grüße
Soléa

11. Okt 2020

Nicht nur die Tarantel sticht -
Wortstark tut's auch Dein Gedicht!

LG Axel

11. Okt 2020

Nun so ist es einmal wenn Spinnen spinnen lieber Alf....

LG Uschi

11. Okt 2020

Vielen Dank liebe Freunde!

LG Alf