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Entspann´ Dich, Robin! - 21/5

Bild von Magnus Gosdek
Bibliothek

Little John

Die Vögel singen in den Bäumen,
die Eichhörnchen von Beeren träumen,
als Robin Hood mit seinen Mannen,
wieder ´mal zur Jagd gegangen.

Sie trennten sich im dunklen Tann,
zu trachten nach dem besten Fang,
Robin dacht´ intelligent,
ein jedes Tier zum Wasser rennt.

Als er zum Brückensteg gekommen,
vis-à-vis Schritte vernommen
und wie er sann, wo kommt das her,
sah er den Mann, groß wie ein Bär.

Naturgemäß war Robin stur,
was angenehm, doch leider nur,
der andere Mann, so groß und breit,
zeigte die gleiche Eitelkeit.

„Bin objektiv, geb gerne zu,
aus ist es mit der Mittagsruh´,
lass dich leben, bin so nett,
steigst du jetzt runter von dem Brett!“

Robin sprach, wie er es meinte,
was der andere prompt verneinte:
„Warum denn ich, du Lachkarnickel,
passt du nicht auf, bist du am Wickel!“

Hin und her im Wortgefecht,
gaben die zwei sich selber Recht,
´s wär weiter bis zur Nacht gegangen,
hätt´ nicht einer angefangen.

Robin zog den Bogen raus,
rief dabei: „Jetzt ist es aus,
kannst dich bald am Ufer sonnen,
nur leider tot, wenn ich gewonnen!“

„Oho, du treibst ein böses Spiel,
vom Bogenschuss weiß ich nicht viel,
für mich ist nur ein ganzer Mann,
wer mit dem Stabe kämpfen kann.“

„So wart´, ich werde einen holen
und dir den Hintern dann versohlen,
kannst froh dich schätzen in der Nacht,
wenn du wieder aufgewacht!“

Robin ging und ohne Hast,
schnitt er sich von einem Ast
einen Stab wie er gewollt,
dass der andere Respekt ihm zollt.

Bewaffnet mit dem guten Stücke,
ging er zurück zur kleinen Brücke,
grinste den Bären schelmisch an:
„So zeigt, ihr seid ein guter Mann!“

Und schon ging´s los, ein Hieb von beiden,
traf jeweils in den Eingeweiden,
wirkte tief und nahm die Luft,
trug in sich des Schmerzes Duft.

Ein Schlag, sehr herb auf Robins Haupt,
ihm schon fast die Sinne raubt´,
doch sperrte sich sein Kampfgewissen,
den Boden ungewollt zu küssen.

Fünfzehn Minuten sind nicht viel,
sitzt man Zuhaus im Domizil,
doch auf einem Brette über´m Wasser,
steht die Sache etwas krasser.

Das sahen auch die beiden Streiter,
nahmen die Sache langsam heiter,
erfreuten sich an ihrem Zwist,
ein Grundprinzip als Masochist.

Schließlich gelang ein Bärenhieb,
Robin das Wasser ins Auge trieb
und nicht nur dieses Sehorgan
ein kühles Bad im Bache nahm.

So lag er nun, der Held der Armen,
im Wasser, bis die Freunde kamen,
drängten den Fremden von dem Brett,
durchwalkten schon das Bär Skelett.

„Nein, nicht, nach einem fairen Kampf,
ich nun in den Fluten stampf´“,
rief Robin aus mit hellem Lachen,
bevor des Fremden Knochen krachen.

Und als das Ufer ward erklommen,
er des Fremden Hand genommen.
„Gar mächtig schwingt ihr euren Stock,
dass ich vor euch im Grase hock´.

Lasst uns nunmehr Freunde sein,
schlagt auf die Hand von Robin ein.“
„So seid ihr der Geächtete,
nach dem der Sheriff hechtete.

Entwischt ihm wie ein wilder Dackel,
ich mit zu eurem Lager wackel.“
„Bevor das Festmahl wird serviert,
sagt welcher Name euch grad ziert!“

„Es ist John Little, bitteschön,
jetzt lasst uns schnell zum Essen geh´n.“
„Bei eurem Wuchs geb ich den Tipp,
Little John ist wirklich hip.“

„Jawohl, jawohl, lasst uns ihn taufen,
endlich mal ein Grund zum Saufen!“
riefen die anderen nickend aus
und gingen darauf froh nach Haus´.

Interne Verweise

Kommentare

07. Jun 2015

Jede Zeile ein Genuss!
Bärenstark, lieber Magnus!

LG Axel

07. Jun 2015

"LACHkarnickel" - göttlich!

Köstlich auch dies:
"und nicht nur dieses Sehorgan
ein kühles Bad im Bache nahm."

Axel hat recht, ein pures Vergnügen, Magnus!

(Wortgefacht)

07. Jun 2015

Ein Riesenspaß

LG Alf

07. Jun 2015

Vielen Dank, macht mir auch Spaß zu schreiben. Der erste Reim auf Magnus, Axel. Muss ich mir mir merken. Und danke noé für deinen zarten Hinweis. Habe ich geändert. LG Magnus