Heimat als gefühlsgetragenes begriffliches Konglomerat

Bild von Ernst Wetzel
Mitglied

Heimat ist nicht einzig ein geografisch festzumachender Ort,
wo man geboren wurde und fand seinen kindlichen Hort.
Oder sich dafür entschied, dort seinen Wohnsitz anzustreben,
wo die Voraussetzungen für das Fortentwickeln sind gegeben.

Heimat ergänzt begrifflich auch den familiären sozialen Bereich,
der Quell des eigenen Lebens war und einen behütet (hat) hilfreich,
der mein Leben weiter begleitet mit wohlwollender Befangenheit,
damit es sich gestaltet mit tragender gutmeinender Glückseligkeit.

Heimat ist der selbstinitiierte eingegangene Ehebund,
in dem sich gemeinschaftliches Verbringen des Lebens tut kund,
aus dem auch familiäre Wünsche bzw. Nachwuchs können quellen,
sich darin Geborgenheit im erweiterten Familienkreis lässt herstellen.

Heimat drückt auch aus den Bereich der beruflichen Tätigkeit,
die nicht einzig stellt die finanzielle Existenzsicherung bereit.
Dein Wirken wird nach innen wie nach außen sichtbar sein,
Lob und Anerkennung dafür machen dich stolz ganz ungemein.

Heimat ist auch der Bereich im freizeitlichen Leben,
wenn man ehrenamtlich möchte etwas anstreben,
was im freiwilligen Tun erfahren lässt Sinnhaftigkeit,
als Dankbarkeit dafür sicher Glücksmomente hält bereit.

Heimat kann sein das anerkennende vertrauliche Gefühl,
wenn jemand sich unklar ist in seinem Entscheidungsgewühl,
einbezogen zu werden als aufklärende informierende Instanz,
was beide „erhebt“ und einmündet in einen Rat mit Substanz.

Heimat ist die wirklich gelebte und geprägte Gemeinschaft,
die einen antreibt zu intrinsisch motivierter Bereitschaft,
durch verlässliche gemeinschaftliche Teilnahme sie zu tragen
sich in seiner freien Zeit u.a. schwitzend sporttreibend zu plagen.

Heimat ist das Gefühl tragfähiger Nachbarschaftsnähe,
keiner hier einen Unterstützungswunsch auch übersähe,
zu besonderen Anlässen gerne eingeladen zu werden,
durch nachbarschaftlichen „Klön-Schnack“ wieder zu erden.

Heimat schließt ein die aufsuchbaren Orte, wo man auch kann trauern,
wo Erinnerungen können aufleben, die vergangenes Leben überdauern.
die einen mal wieder fokussieren und stärken können in seinem Glauben,
der für sich ja auch Heimat sein kann, um sich von Ängsten zu berauben.

Heimat als Begriff lässt sich aus meiner Sicht nicht eindeutig definieren,
deshalb müssen Umschreibungen dessen herhalten, um ihn so zu konzipieren.
Dargestellt erfasst er geografische, soziale und psychologische Elemente,
die sichtbar machen, was Heimat ist;
eine mit viel Gefühl getragene individuelle sprachschöpferische Konstituente.

Mit dieser begrifflichen Umschreibung von Heimat habe ich mich
anlassbezogen beschäftigt, weil ein von uns anerkannter Sportkamerad
im Blick auf seinen von mir angesprochenen 80. Geburtstag davon sprach,
unsere Sport-AG sei ihm ein durch Corona entglittenes „Stück Heimat“.
Die Glückwunschkarte kann eingesehen werden unter dem Titel
"Der 'Grand-Senior' der Sport-AG wird 80".

Innen- bzw. Rückseite einer Geburtstagskarte für einen Sportkameraden der Sport-AG; sie bezeichnend als sein "Stück Heimat"
Rechtshinweis:
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich oder durch Copyright geschützt und darf ohne Genehmigung nicht verwendet werden.

Interne Verweise