Heimkind

Bild von Pascal Hilgendorf
Mitglied

Als Kind ein wilder Wirbelwind,
wächst zum Teenager ganz geschwind,
seine Kräfte zu testen,
träumt manchmal vom Wilden Westen,
der Treffpunkt die Straße,
er lernt sie kennen,
liebevoll „Burli“ sie ihn nun nennen,
hinter ihm keiner mehr steht,
muss erwachsen sein,
seine Welt verdreht,
Erzieher werden belogen,
hin und wieder ein paar Drogen,
das Heim sein Zuhause,
da drin gibt es keine Pause,
er findet dort nur Gewalt,
und verschwindet wieder auf die Straße,
lässt sich gehen,
um bloß noch die Härte des Lebens zu sehen,
denkt im Stillen an seine Mutter,
für ihn unbekannt,
und doch hat er sie in den Frauen in der Szene gesehen,
täglich packt ihn die Neugier,
Drogen, Alkohol und die Straße,
das ist die Freiheit hier,
beginnt den Tag mit einem Bier,
es ist ihm nicht bewusst, dass er nichts gewinnt,
dass er nur verliert,
hätte ich es gewusst,
hätte ich mich nicht ins Gefängnis verirrt,
und doch war Gewalt im Heim allgegenwärtig,
selten ging es ums Vertragen,
lieber noch mal draufzuschlagen,
es gilt: „Der Stärkere gewinnt“,
bei vielen eine Laufbahn in die Kriminalität beginnt.

Mehr von Pascal Hilgendorf lesen

Rechtshinweis:
Für diesen Beitrag ist eine unkommerzielle Nutzung erlaubt, alle Rechte verbleiben jedoch beim Autor/bei der Autorin.

Interne Verweise

Kommentare

13. Jan 2021

Das ist die Schilderung einer "hart" erlebten Welt. Hart deshalb, weil sie ehrlich
daher kommt. Wären die Menschen nur ehrlicher und offener, sie würden in
diesem Beitrag keinen Ausnahmefall erkennen. Toller Text!
HG Olaf