Januarnachmittag

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Unklare Worte der Verheißung hallen mir nach im Hirn; hinter uns liegt
das Grün der Kindheit; da ist Gewissheit, dass Vieles nicht allzu gut war,
aber die Erinnerung färbt es golden ein; Gesänge aus alter Zeit übertönen

den dunkelgrauen Dauerton der Coronaseuche, der in alle Ritzen kriecht;
uns umschließende Schlierennebel des Ungefähren in sanfter Umarmung
mit kaltem nassem Mutterboden des Gartens im Winterschlaf; ungeweinte

Trauertränen schnüren Bänder um verschlossene Fensterläden; so faltet
sich unser Fühlen der Dämmerungen kontaktloser Januarnachmittage,
webt daraus ein härenes Tuch; garstiger Art ist Alleinsein, dem man nicht

entfliehen kann; und wenn es klingelt an meiner Türe, ist es meist nur der
Postmann, der mit fahriger Geste ein Päckchen bringt für den Nachbarn;
du, sag mir, wie man das Lieben am Leuchten erhält mit ermüdeten Augen …

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Kommentare

13. Jan 2021

Ach liebe Marie,

...wenn ich es wüsste,
ich würde nicht fragen,
würde Dir sagen
was wär noch zu wagen...

...und doch ist's die Einsamkeit,
drückt uns aufs Herz,
zu lange wohl schon,
zu groß auch der Schmerz!

Sehr tiefgehende Zeilen über die Zeit zur Zeit die uns wohl allen schön langsam zu schaffen macht! Das positive Nachvorneschaun wird immer schwerer und schwerer...

Herzlich liebe Grüße zu dir!
Uschi

14. Jan 2021

Ja, liebe Uschi, das positive Nachvorneschauen wird immer schwerer. Danke für Dein wieder so schön in Verse gefasstes Eingehen auf meinen Beitrag! Dieser doch sehr einschneidende erneute Lockdown drückt die Zahlen offensichtlich nicht runter. Da wird wohl eine Virusmutation am Werkeln sein. Und man zieht sich noch mehr zurück. Einsamkeit macht krank auf Dauer. Aber das Schreiben und liebenswerte Kommentare lesen wirkt dagegen.
Ganz herzliche Grüße zu Dir zurück, liebe Uschi –

Marie

13. Jan 2021

Da kann man bloß von innen glühn -
Damit im Lenz die Blumen blühn!
(Doch klingelt's hier an meiner Tür,
Dann ist es der Mann mit dem Bier ...)

LG Axel

14. Jan 2021

Ich habe mich darum bemüht -
bin innen noch nicht ausgeglüht,
wir halten durch und schreiben weiter
und hoffen sehr, das hält uns heiter …

Lieben Dank zu Dir, Axel - Marie

14. Jan 2021

Dein Lächeln spüre ich, liebe Monika,
ich grüße Dich ebenfalls lächelnd zurück –

Marie

13. Jan 2021

Mitfühlend spüre ich deinen Blick zurück,
die schmerzende Kümmernis in Einsamkeit.
Aber die Frage, wie man mit müden Augen
das Dunkel erhellen kann, verrät den Willen,
nicht aufgeben zu wollen.

Herzliche Grüße
Willi

14. Jan 2021

Nein, lieber Willi, so lange wir uns gegenseitig wahrnehmen und freundlich schreiben, resignieren wir nicht und hoffen auf ein baldiges Ende des Albtraums.

Herzliche Grüße zurück zu Dir - Marie

14. Jan 2021

...dieser Pandemiezeit kann man nicht entfliehen, aber sich manchmal herausziehen oder sich hingeben, manchmal besser als zu hadern. Berührende und weiterführende Verse , liebe Marie.
Lb.Gruss.Ingeborg

14. Jan 2021

Ja, liebe Ingeborg, man kann und muss sich manchmal herausziehen aus dem Gedankenkreis der Furcht, Flucht geht überhaupt nicht, nirgendwo ist es besser momentan als bei sich zu Hause – mit guter Musik, einem schönen Buch oder mit Lesen und Sichschreiben auf LiteratPro …

Sei herzlich zurück gegrüßt - Marie

14. Jan 2021

Wir haben noch Glück im Unglück, liebe Marie, die meisten sind gut vernetzt. Wie schwierig muss es früher gewesen sein, obwohl, da gabs noch mehr Großfamilien, also Familienkontakt inklusive. Wir alle werden Federn lassen und viele ließen sie schon! Ich hoffe nicht, harre aus das es besser wird und kämpfe mich irgendwie durch.

Liebe und aufmunternde Grüße
Soléa

16. Jan 2021

Ja, wir werden viele Federn lassen, liebe Soléa - und hinterher wie gerupfte Hühner aussehen. Aber wachsen Federn denn nicht wieder nach??? Danke für Deine Zuschrift, sei sehr lieb zurück gegrüßt in Deinen Sonntag!

Marie