Vom Seufzen an versteckten Orten

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Tief in sich gegangen –
Seufzer suchen versteckte Orte,
der Herzschmerz – unsagbar, wie grenzenlos,
das Leid der Welt – ihr täglich Brot –
um das sie bemüht ist, ja fast vernarrt,
so quälend, für einen für sie fremden Menschen –
ihr Schützling – um den sie bis zur Erschöpfung kämpft,
Stunde um Stunde, Tag und Nacht,
vom Schichtbeginn bis in einen unruhigen Schlaf,
jeder Entlassene ein wertvolles Geschenk –
jede Neueinlieferung die Euphorie wieder bremst,
das Helfersyndrom gewinnt immer schneller an Fahrt,
und das, wo sie spürt, „ich kann bald nicht mehr“,
sucht sie nach Orten, wo sie seufzen kann,
nur mal Kraft tanken, beim schon lange nicht mehr wahrgenommenen Sonnenaufgang.

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Kommentare

16. Jan 2021

Man braucht den Kraft-Ort - mehr denn je -
Denn jene Welt scheint kaum okay ...

LG Axel

21. Jan 2021

Ein Kraftakt was dort gerade passiert,
es würde mich nicht wundern, wen wer resigniert.

Liebe Grüße
Soléa

17. Jan 2021

Gott sei Dank (auch: Gottseidank), dass das SCHREIBEN ein Stück seelische Entspannung ist,
wenn auch nur kurz. Toller Text !
HG Olaf

21. Jan 2021

Danke Olaf!
Entspannung muss tatsächlich sein –
für kurze Zeit zieht mal Ruhe ein!

Liebe Grüße
Soléa

18. Jan 2021

Kraftquell Natur- diese oftmals nur kleinen Momente des Einsseins mit Grösserem schenken in belastenden Alltagssituationen so unendlich viel. Aussagestarkes Foto bündelt Deinen Text, findet mit lb.Gtuss, Ingeborg

21. Jan 2021

Ich möchte im Moment nicht in der Haut von Pflege – Krankenhauspersonal oder Ärzten stecken, liebe Ingeborg, sie helfen fast im Akkord, sehen Tod und Elend im Akkord. Ja SIE SIND HELDEN, und hoffentlich zerbrechen sie nicht daran.

Sei herzlich gegrüßt
Soléa

19. Jan 2021

Mir fehlen momentan die Worte
zum Seufzen am versteckten Orte -

Sei herzlich gegerüßt, liebe Soléa -
Marie

21. Jan 2021

Liebe Marie, ich glaub ich kann dich verstehen. Die einen tragen viel zu viel, andere fühlen, wie sie vereinsamen und noch andere, für mich die Beneidenswerten gehen noch mit Power durch die Krise geschüttelte Zeit. Ich kann nur sagen:
Durchhalten, irgendwie nur durchhalten!

Sei ganz lieb gegrüßt
Soléa