31.Spaltung

von Alexander Zeram
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(52 - München, Juni 1985)
Bisexuelle, taube Hühner
rühren in eckigen Tassen.
Die sandigen Mangrovensümpfe
geben ihnen sauren Halt.
Nie geht ein Berg zum and'ren
und kein Baum ist je geflogen.
Die verdorbenen Säuglinge Jesum
haben Gottvater in Lehm modelliert
und Sonnenuntergänge wurden
von den erwachsenen Zöglingen Mariä
in musikalische Lehrbücher gepresst.

Tote Sümpfe geben nichts als Hühnerbrühe
- für die Berge.
In den Wipfeln der Bäume spiegelt sich
- der Schein Aurorens
und Jesu betet zu Marien, Vatern
und dem tauschenden Gesellen.

Steh' auf, gezinkter Dinosaurus
und reiß' die Kluft entzwei!
Will ich es oder Du es nicht
- was tut ein 'wer' dabei?
Fort mit Deinen Lavabeinen
- zieh' hin und kehr' nie wieder.
Ich warte auf die Griechenkulte
und züchte Dir den Flieder.
Längst bist du ausgebrannt
und saure Regen waschen Dich.
Willst Du es oder sollte ich es wollen
- es trifft am End' nur mich!
Gut so, Du welkes Asphaltpflaster,
ich meide Deine Fährte.
Die Netzestadt ist auferstanden,
sie lebt in Neid und Härte.

Singt Kyrie und liebt das Leben
- ich singe heute mit!
Doch lacht mein Kriegergeist im Stillen
… der Tod lacht morgen mit!

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