Abendliches Jerusalem

von Carl Stern s.A.
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Mit einem friedensweiten Heben Seiner Hand
heißt G´tt die Sonne seine heil´ge Stadt erleuchten.
Gelehnt an den zurückgeneigten Hang
des Ölbergs, sanft umweht von Engelflügel Sang,
ruhet sein Geist in abendlichem Schau´n.

Und es geschieht, dass eine gold´ne Brücke baun
die Strahlen in den Dunst, den abendfeuchten,
und alle Dome sind ihr strahlend zugewandt
und stehn im Anbeginn der Ewigkeit.

Als fiele jede Hülle, jeder Schwere Kleid
in Schatten nieder. Und ihr reines Antlitz heben
sie steil hinan, von klarem Rufe hochgehoben.
Es schwindet letzte Wand. Von Glorie umwoben
schweben Seraphim in den Unendlichkeiten;
und ihre Strahlenschwingen breiten
sie segnend auf Jerusalem ...

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