Romanische Kirche

von Erich Vio
Aus der Bibliothek

Die Finsternis dringt ein durch Stoff und Poren,
entleert das Auge und betört den Sinn.
Der Raum hat Richtung und Gewalt verloren,
das Ende tastet sich zum Anbeginn.

Es dämmert. Pfeiler atlasmächtig steigen,
das Dunkel hebend aus der Unterwelt,
verkreuzen sich zu Brücken und verzweigen
sich in der Gruft zu einem Palmenzelt,
das fächerartig aus der Hölle Schluchten
entsprungen diese zu umspannen strebt.

Der Glaube brandet in der Apsis Buchten,
wo Andacht still auf Möwenschwingen schwebt
und wie die Grate sich zur Wölbung runden,
wölbt sich der Raum im Sternenpfad der Stunden.

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