Die unbewohnte Quinta

von Erich Vio
Aus der Bibliothek

Auf einem Waldweg öffnet sich ein Tor,
die Flügel fehlen, das Gehöft ist leer,
die Häuser abgeschlossen. Ringsumher
die Mauer schwer mit Efeu und ein Chor
von dunklen Föhren, die aus dem Getümmel
der hingestürzten Felsen zähe ragen;
mit ihrem dichten Dach dem grauen Himmel
den Blick auf ihrer Nadeln Flor versagen.
Ich stehe neben einem Fels. Mein Hund
hat sich gesetzt und schnüffelt an den Spalten
im Stein, als wittere sein Sinn die alten
Bewohner dieser stillen Stätte und
das Gold des Schweigens, das verborgen glüht,
so – wie im zagen Busch der Ginster blüht.

(Quinta - portugiesisch: Gehöft auf dem Lande)

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