Der Altmeister des Horrors: 2017 Neuverfilmung von gleich 2 Stephen-King-Romanen

29. August 2017
Clown Stephen King Es
Nicht jeder Clown bringt Lachen - zumindest bei Stephen King
© nito / shutterstock

Stephen King, der »König des Horrors«, wird im September 70 Jahre alt! Wer glaubt, dass King müde geworden ist, der täuscht sich: Noch in diesem Jahr veröffentlicht der Amerikaner »Sleeping Beauties«, einen Roman, den er gemeinsam mit Sohn Owen King geschrieben hat. Es ist der erste Roman seit 2014, der nichts mit der »Mr. Mercedes-Trilogie« (»Mr. Mercedes«, »Finderlohn«, »Mind Control«) zu tun hat. Aber nicht nur das neue Buch wird die Fans begeistern; im September, gerade pünktlich zu King 70. Geburtstag, kommt das Remake von »ES« in die Kinos.

»Es« ist aber nicht die einzige King-Verfilmung, die es 2017 auf die Leinwand geschafft hat - vor wenigen Wochen startete »Der dunkle Turm«.

Remake des Films, Neuinterpretation des Buches oder klassische Buchverfilmung?

Der Roman »ES« (Original: »IT«) erschien im Jahr 1986 und erzählt die Geschichte von Pennywise, einem Clown, die 1990 auch verfilmt wurde. Nun dürfen sich die King-Fans auf ein Remake freuen. Wer das Buch gelesen (oder den ersten Film gesehen) hat, der wird mitunter verwirrt sein - im Trailer sind nämlich nur die Mitglieder des »Clubs der Verlierer« zu sehen. Im Buch gibt es jedoch Zeitsprünge - einerseits wird die Kindheit der Hauptprotagonisten behandelt, andererseits die Tatsache, dass Pennywise nun wieder nach 25 Jahren zurückgekehrt ist und die Mitglieder des »Clubs der Verlierer« geschworen haben, erneut nach Derry zu kommen, um das Monstrum endgültig zu besiegen. Doch keine Sorge - es wird bereits an der Fortsetzung gearbeitet, in der dann die Mitglieder des Clubs erwachsen sind. Eine weitere Frage, die die King-Fans brennend interessieren wird, ist jene, ob sich der Film an das Buch hält oder ob mitunter genauso eine Enttäuschung wie bei »Der Dunklen Turm«-Verfilmung erwartet werden muss. »Der Dunkle Turm« - 4.000 Seiten, sieben Bände (»Schwarz«, »Drei«, »Tot«, »Glas«, »Wolfsmond«, »Susannah«, »Der Turm«) - wurde derart verändert, dass es fast keinen King-Fan gab, der »positiv überrascht« wurde. So gab es kein Ka-Tet, eine komplett neue Handlung und zudem nur wenige Hinweise, dass es sich um eine Verfilmung der Bücher (oder eines der sieben Bücher) handeln könnte. Befasst man sich jedoch mit dem Trailer von »ES«, so könnte man fast meinen, dass das Remake eine richtig gute Verfilmung des Buches werden könnte.

Pennywise und der »Club der Verlierer«

Doch hätte der Clown, wenn er erst heute zum Leben erweckt werden würde, überhaupt noch eine Chance? Ja. Stephen King ist für seine detaillierten Ausführungen, seine Zeitsprünge (Vergangenheit und Gegenwart) und auch für seinen »alltäglichen Horror« bekannt. In Kings Büchern gibt es nur selten Monster oder andere Bestien - es ist der tägliche Horror, der dafür sorgt, dass die Leser ein mulmiges Gefühl bekommen. Auch wenn es in »ES« den »mordenden Clown Pennywise« gibt, so befasst sich der Roman auch mit alltäglichen Dingen: »ES« erzählt die Geschichte von sechs Kindern, die in Derry, einer Kleinstadt in Maine, leben - sie alle machen Erfahrungen mit einem Clown, der scheinbar in der Kanalisation lebt und Kinder tötet. Doch im Mittelpunkt steht nicht nur der Kampf "Gut gegen Böse" - King setzt auf zwischenmenschliche Beziehungen, auf Freundschaft und auch auf die Tatsache, dass am Ende nicht nur die Schildkröte helfen kann. Zudem ist »ES« einer der ersten Romane von Stephen King, in dem es auch Verbindungen zu anderen Werken gibt. Wer "Der Dunkle Turm" gelesen hat, wird wissen, dass sich King ein eigenes Universium geschaffen hat. So gibt es in »ES« Verbindungen mit »Shining«, »Stark«, »Der Anschlag« oder auch mit der »Mr. Mercedes«-Trilogie und »Dreamcatcher«.

Wer »ES« noch nicht gelesen hat, sollte also schnell sein (1.200 Seiten) oder sich das Hörbuch von David Nathan anhören (52 Stunden). Wer es bis zum Filmstart nicht schafft, der hat wohl noch über ein Jahr Zeit - 2019 soll der zweite Teil von »ES« in die Kinos kommen.

Kommentare

29. Aug 2017

Horror ist sonst nicht so mein Ding –
Doch dies gilt nicht für Mister King!
(Mich selbst kann ja bloß wenig schocken -
Ich habe hier die Krause hocken …)

LG Axel

17. Sep 2017

Auch ich bin kein Feund, von solcher Verfilmung,
das brächte mich wirklich nicht richtig in Schwung.
Den Horror haben wir doch schon gepachtet,
das ist auch der Grund, dass man Deutschland verachtet !

Lg
Alfred

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