Verhalten des Menschen im Licht der Evolution

von Hippocampus Denkfabrik
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Musik

Durch Singen und Tanzen teilen wir Gefühle mit unseren Mitmenschen und ein Gemeinschaftsgefühl, Freundschaft entsteht. Gute Sänger/-innen und Tänzer/-innen haben die besten Chancen beim anderen Geschlecht. Auch bei Tieren gibt es Melodien und Geräusche um Partner anzulocken, und manche Tiere benutzen Melodien, um ein Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen oder um sich gegenseitig etwas mitzuteilen. Wale und Delfine „singen“ und Wölfe heulen, viele Vögel singen, was vielleicht damit zusammenhängt, dass Vögel im Allgemeinen nur einen Brutpartner haben (lebenslange „Ehe“), sie singen also zur Partnerwahl/-suche. Vögel zwitschern/singen auch, um ihr Revier zu verteidigen oder zu kennzeichnen, als Signal: Jeder andere männliche Vogel der gleichen Art wird angegriffen, wenn er die Reviergrenze überschreitet. Nur Menschen haben eine umfangreiche Sprache, deshalb gibt es nur bei Menschen Lieder mit Texten. Durch die Musik sind unsere Vorfahren zu Gemeinschafswesen geworden, mehr als irgendeine Tierart, und den Erfolg der „Tierart Mensch“ sieht man heute…

Diese zwei Ideen basieren auf dem Lebenswerk von Herrn Professor Irenäus Eibl-Eibesfeldt:

Lachen und Lächeln

Säuglinge lächeln, Erwachsene lächeln wenn sie flirten, wenn sie sich für Peinlichkeiten entschuldigen oder auch aus Höflichkeit. Lachen kann aggressiv sein und Menschen aus einer Gruppe aus-schließen, es kann auch dazu dienen, ohne körperliche Gewalt eine Rangordnung in einer Gruppe festzulegen. Lachen und Lächeln könnte in der Evolution aus dem Zähne-Zeigen / Fletschen bei Tieren hervorgegangen sein (Knurren, Aggression)- eine Aggression, das Zähne-Zeigen gegen einen gemeinsamen Feind kann den Gruppenzusammenhalt stärken, dieser Gedanke stammt übrigens nicht von Konrad Lorenz, sondern aus dem Buch „Der Fürst“/“Il Principe“ von Niccolo Machiavelli. Lachen kann Abweichler in einer Menschengruppe bestrafen und so für ähnliche Meinungen /Ansichten sorgen. Frauen lachen öfter, denn sie sind sozialer als Männer, und Mädchen kichern gerne.

Scham und Erröten bei Menschen

Hunde und Wölfe ziehen als Unterwerfungssignal den Schwanz ein und winseln. Einige Raubtiere präsentieren bei Unterlegenheit dem Gegner (der gleichen Art) ihren ungeschützten Hals. Soweit ich weiß, existiert solches Verhalten bei Primaten (Affen, Menschenaffen, Halbaffen und Lemuren) nicht. Menschen, als einzige Primatenart, erröten, wenn sie sich schämen. Der Reflex des Errötens wird vom vegetativen Nervensystem gesteuert. Meiner Kenntnis nach gibt es bis jetzt keine Theorie über seinen evolutionären Ursprung. Es könnte sich aus einer Geste der ritualisierten simulierten Erschöpfung entwickelt haben.

Gibt es eine Theorie zur Evolution des Weinens?

Tränen aus Trauer sind chemisch anders zusammengesetzt als Tränen durch Luftzug auf's Auge oder beim Zwiebelschneiden.

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