Müde

von Robert K. Staege
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Ich wollte aus dem Fenster schauen, aber mir fielen vor lauter Müdigkeit ständig die Blicke runter. Manche zerbrachen auf dem Boden in tausend Scherben und waren nicht mehr zu gebrauchen. Andere wieder schrammten an der Tapete entlang, blieben im Muster hängen und vertrockneten dort. Wieder ganz andere glitten langsam durch die Luft, um schließlich irgendwo im Teppich auf Nimmerwiedersehen zu versinken. Einer verhakte sich in der Gardine, zappelte noch ein wenig, um sich letztlich in sein Schicksal zu fügen, und langsam zu erlöschen. Ein anderer rollte davon und kullerte unter den Wohnzimmerschrank; der ganze Staub brannte in den Augen und ich musste ziemlich heftig niesen. Wie fatal! Dadurch fiel einer dieser Blicke direkt auf meinen Fuß. Ich fürchtete sofort, es könnte bluten, aber sein Fall wurde von meinen dicken Socken abgefedert, sodass er sich nicht in meinen Fuß bohrte. Mit etwas Glück würde von diesem Malheur nicht mal ein blauer Fleck bleiben. Ich war darüber so glücklich,dass ich vor lauter Freude auf der Stelle einschlief.

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