Komische Wirklichkeiten (Legenden und andere absonderliche Phänomene)

Bild von Alf Glocker
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Es gibt die Stellenden (die mit den Fallen z. B.), die Sitzenden (im Knast oder die mit den Krallen am Arsch, die man lieber gehen als kommen sieht), die Steigenden, (im Gebirge, oder auch Aktien, die man gerne hat), die Fallenden (Blätter im Herbst, oder Opfer an der Front, für die man kein Herz sondern Befehle übrig hatte) und die Legenden (die uns von Dingen erzählen, die kaum glaubhaft sind). Nehmen wir uns der Letzteren an. Das sind die Interessantesten.

In Fallen gehen können wir wann wir wollen, ob wir sitzen oder sitzen bleiben, das liegt oft nicht in unserer Hand, es unterliegt vielmehr nicht selten einer Rede, der Nach- oder auch üblen. Sich dagegen zu wehren ist zwar eine Ehren- aber keine erfolgversprechende Sache. Von Erfolgen aber sprechen die Legenden immerzu – von Helden, wie wir keine sind und nicht sein wollen, aber dafür von engelsgleichen Fügungen, die irgendwem das Denken ersparten.

Da ist sie dann auch schon, die 1. Legende: die Legende vom Sparen. „Spare in der Zeit, dann hast du deine Not“ – denn wenn es dir gelungen ist, reichlich angespart zu haben, dann kommt eine Krise und dein Geld ist so viel wert wie eine Rolle Toilettenpapier. Dafür verantwortlich ist die 2. Legende: die Legende vom Volksvertreter. Wann hat schon je einmal ein Vertreter das Volk vertreten? Staubsauger vielleicht, Versicherungen (die nur sehr ungerne zahlen, aber sehr gerne Beiträge eintreiben) – aber das Volk?

Weiß der Deibel, was das Volk will, und für den arbeiten letztlich auch diese Vertreter, wenn die Fallenden fallen, im Herbst und auf dem Felde, wenn sie reif sind, in einer Zeit, die sie nichts angeht, weil sie sich nicht selbst vertreten können. Hier beginnt aber dann auch schon die 3. Legende: die Heldensagen! Da stürzen sich Helden im Siegestaumel oder als Sterbevorbilder mitten ins Getümmel und „reinigen“ das Feld von üblen Tätern, deren Machenschaften angezettelt wurden, von Vertretern eines Volkes, das Bestand hat und besteht aus Helden. Oder auch nicht.

Die besten und schönsten Legenden sind die derer, die etwas zugrunde gelegt haben = 4. Legende: sie legten zugrunde die Vernunft den Gedanken, die Planung der Tat (möge es sich um eine gute gehandelt haben), oder die stichhaltigen Argumente einer Beweisführung, inmitten eines Gewäschs aus maroder Politik und der Schönfärberei niederträchtiger Amtsinhaber und schleimiger Schlotteraale. Von solchen Personen, nein Persönlichkeiten, erzählt man sich später einmal, manchmal auch jetzt, wenn sie früher gelebt haben, Wunderdinge ...

wie die von der Henne, die goldene Eier legen kann (eine Art Eier-Legende-Woll-Milch-Sau), denn auch sie ist eine Legende. Sie erfüllt die Herzen stets mit Freude und die Tatkräftigen mit der Lust des Bewahrens von Mythen und Sagen, von eben jenen Märchen und Legenden, ohne die die Lebenden sich nicht gerne einspinnen, in eine Freiheit von allen Lügen, deren Beine ganz lang, überall dort mitten im Weg herumstehen, wo man sie ihnen vorzugsweise einmal stellen sollte, damit sie fallen und steigen, auf in den Höllenhimmel, von wo aus sie nie wieder kommen mögen, ins Reich der Legendenfreunde, weil da irgendwer beauftragt ist, uns Eier zu legen.

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Kommentare

13. Sep 2019

"Legende" kommt ja nun von "Lesen" -
Hier ist es lohnenswert gewesen ...

LG Axel

13. Sep 2019

Sehr gerne gelesen !
HG Olaf