Mordopferanalyse

Bild von Alf Glocker
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Wie sehen eigentlich Mordopfer aus und was haben sie verbrochen, daß ausgerechnet sie ausgewählt wurden? „Ha, diese sogenannte ‚Auswahl‘ ist doch reiner Zufall“, werden nun die klügsten Köpfe unter uns sagen und uns sogleich vorrechnen, wie oft z. B. jemand vom Blitz getroffen wird. Wir werden erstaunt sein über so viel Intelligenz und mit offenem Mund das Ergebnis bestaunen. Dann werden wir uns aufklären lassen, daß die Mordopfer fast immer sehr reich waren, oder zumindest eine kleine Geldbörse in der Handtasche hatten.

Wenn wir nicht aufpassen, müssen wir uns dann auch noch erklären lassen, daß es auch religiös motivierte Morde gibt, deren Opfer jedoch ebenso wahllos vom Schicksal ausgewählt wurden wie die anderen, die eben nicht, durch ihren Reichtum, den oder die Übeltäter anlockten. Jedes Mal müssen wir sagen: „Jawohl, das kann sein, bitte wegtreten zu dürfen." Wir stehen noch einmal stramm und machen uns auf den Weg in unsere Schneckenhäuser, wo wir es uns momentan noch gemütlich machen können, weil vor unserer Haustüre noch kein Mörder steht bzw. uns auf dem Weg zur Arbeit oder sonst wohin auflauert.

Die meisten von uns haben ja auch nichts an, oder bei sich, das auf jemanden ausgesprochen verlockend wirken könnte. Wenn wir allerdings eine Frau sind – harharr – dann wird’s schon schwieriger. Dann sind wir hoffentlich nicht gutaussehend und weiß! Warum?? Nun, weil das, was sexuell motivierte Morde (meist inklusive Vergewaltigung), angeht, beinahe ausschließlich diesem Klientel vorbehalten bleibt. Was für ein Vorzug?! Ja, wo bleibt denn da die Gleichberechtigung? Andere Frauen wollen doch auch mal … nein, wollen sie nicht!!

Jede Frau will weder vergewaltigt noch ermordet werden. Das will ja auch sonst niemand. Aber das kann man sich eben nicht aussuchen. Wenn man als potentielles Mordopfer zur Welt gekommen ist, dann kann man sich einerseits nichts drauf einbilden, sondern ist andererseits auch noch schutzlos dem Mainstream ausgeliefert, der bestimmt, warum welche Menschen von allen als „auserwählt“ angesehen werden. Für weiße Männer trifft das übrigens nur zu, wenn sie Frauen, egal welcher Ethnie. beschützen wollen. Aber sie haben natürlich auch nicht grade eine Lobby.

Denn weiße, attraktive Frauen, die normalerweise gerne als Mordopfer ausgesucht werden, haben auch etwas gegen ihre Artgenossen! Ihnen gegenüber bestehen sie nicht nur auf Gleichberechtigung, sondern sie verlangen auch noch zusätzlich „Höflichkeit“, in Form von Bevorzugungen aller Art von ihnen. Das ist nicht mehr und nicht weniger als legitim, denn Männer müssen generell reich oder tapfer sein, gleichzeitig aber willfährige Pantoffelhelden, die jederzeit bereit sind, ihren Frauen den Vortritt zu überlassen. (Zuwiderhandlungen werden mit Ablehnung bestraft!)

Sie haben weder Feuer noch sind sie leidenschaftlich … und im Lügen waren sie – wenn’s nicht grade ums Geschäft geht – auch schon mal besser! Mörder aber lügen überhaupt nicht, nicht einmal weiße Mörder. Das sind ganze Kerle, die sich nicht dreinreden lassen, die ihr Ding durchziehen, ganz gleich was das für Folgen hat. Ein tiefer Glaube an ihre Triebe bestimmt ihr Handeln und zwingt sie eine Form von urtümlicher Natürlichkeit zu pflegen, die eigentlich schon lange nicht mehr up to date ist … in zivilisierten Ländern. Dort gilt das als pervers und verabscheuungswürdig.

Das ist jedoch nur die eine Seite der Wahrheitsmedallie, denn was in zivilisierten Ländern, bei zivilisierten Menschen meistens bis zum Äußersten führt, das muss anderswo nicht unbedingt ungewöhnlich sein. Es kommt auf eine Frage des Standpunkts an! Und wenn der Standpunkt halt unausweichlich absolut triebverseucht ist, dann habe ich doch die Wahl! Und wenn ich schon die Wahl habe, dann muss ich doch nicht unbedingt gerecht sein! Ich kann mir also aussuchen, was mir eben am besten gefällt – na, und das ergibt dann schließlich die Kriminalstatistik!

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Kommentare

20. Jan 2019

Der Blitz, das Lotto können es bezeugen:
Man muss sich der Statistik beugen!

LG Axel