Der Polarbär

von Gina Reinert
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Ich atme.

Und mit jedem Atemzug fällt mir der Himmel ein Stück mehr auf den Kopf, die Sonne erlischt und der Boden fährt seine Stacheln heraus.
Und mit jedem Schritt wird der Grad schmaler und das Wasser steigt bis zum Hals und ich ertrinke, verschlucke mich

an meinen eigenen Tränen.

Die bitter sind, und so unendlich heiß.
Für mich ist es eine Qual; die Heimat verschwindet im Sommerduft und ich renne los.
Renne, soweit meine zerschundenen Füße mich tragen, auf in den Nachthimmel der Erleichterung, zu einem Platz, an dem ich bleiben kann.

Doch mit jedem Schritt geh‘ ich im Kreis, der sich enger zieht, enger und immer weiter zusammen. Meine Brust kann sich nicht heben, meine Augen nun tränen-und hoffnungsleer, denn der Winter bleibt aus.

Und somit auch meine Zukunft.

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