Feuer im Casa Ciro - was it arson? - Page 5

von Laura von Meyer
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Blatt Papier mit der Einladung war, ach, halbes Jahr noch bis dahin, kann
ja einen Hamburgurlaub fuer die Zeit planen....

Zwei Wochen vor dem Termin kam der email –reminder von Mike . Fluechten kam nicht infrage, das war der Fortschritt,
aber wie standhalten?

In unserem Haus haben wir 3 Wohnungen,
Unten wohnt Peter und sein Enkel Benjamin
Ich wohne im ersten Stock und Ronny hat die Anbauwohnung
nach hinten gekauft, um sie an Feriengaeste zu vermieten.
Meine erste Begegnung mit Peter ereignete sich zu meinem Einzug, Ich kam mit dem Kleintransporter „a man with a van who can’
Und er strich das Untergeschoss des Hauses zitronengelb und lief mit grimmigen Gesicht und Farbeimern im Weg herum.
Die beiden men in the van, machten ein paar Scherze mit ihm, die ihn auch nicht freundlicher stimmten und ich stellte mich
hoeflich vor, und entschuldigte mich fuer die Ungelegenheiten, die der Einzug, koinzidierend mit dem Anstreichen des Hauses
verursachen wuerden.
Er sah mich an, als ob ich nicht ganz dicht waere und pinselte weiter.
Er hiess seitdem Grumpy und alles, was er sonst noch so an Lebenszeichen aeusserte, fiel in die gleiche Schublade.
Als die letzte Kiste oben war, kam er in den Flur und wies mich darauf hin, dass die Flurbeleuchtung auf das Hauskonto ging und von allen zu zahlen waere. Ich moechte darauf achten, den Teil der Beleuchtung, der den Treppenaufgang in den ersten Stock beleuchtete, oben wieder auszuschalten.
Ich versprach es ihm leichtfertig.
In einer der ersten Naechte in der neuen Wohnung klingelte es
frueh um vier Sturm.
Es war noch dunkel. Ich hob den Hoerer der Gegensprechanlage, aber musste feststellen, kein Bild, kein Ton
mein Vorgaenger in der Wohnung hatte mir versprochen, sie zu
reparieren, aber sein Versprechen nicht gehalten.
Es klingelte immer wieder.
Ich bekam Angst. Wer on earth sollte morgens frueh um 4 etwas
von mir wollen, wenn nicht etwas schreckliches?
Am Morgen klopfte ich bei Peter und fragte ihn, ob er bei mir vielleicht geklingelt habe. Er bedachte mich wieder mit seinem die ist nicht von meinem Planeten Blick bevor er verneinte,
Ich sagte ihm die Gegensprech- und Video anlage ginge nicht, ich waere vor Angst fast gestorben und moechte, dass sie repariert wird.
Peter erklaerte, das die Anlage korrodiert ist durch die Meeresluft, und erst ein Jahr alt.
Die Gemeinschaft wuerde kein Geld in eine weitere Anlage investieren, die dann auch wieder nach einem Jahr korrodieren wuerde, eine Anlage kostete ueber 1000 Pfund.
Ich sagte ihm, ich fuehle mich sehr unsicher, weil ich nicht sehen koennte, wer klingelt.
Und heute frueh um vier hatte es bei mir immer wieder Sturm geklingelt, ich waere vor Angst fast gestorben.
Peter sah mich etwas milder gestimmt an, wie eine doch sehr seltene Insektenart, an die man sich nicht spontan erinnern kann.
Er stand auf, und ging aus seinem Wohnzimmer. Ich traute mich kaum, umherzublicken, die Ueberwuerfe ueber seine Sessel und das Sofa, die Fensterbank, die unter dem Bric-a-Brac zusammenzubrechen drohte und in all dem Plunder ein blitzblank geputzter Chromtisch, der aussah, als ob er ihn aus einem Autosalon fuer Premium second hand car geklaut hat.
Nach einer Weile kam er wieder und gab mir einen Zettel.
Das ist meine Telephonnummer, sagte er, Sie koennen mich jederzeit anrufen, auch nachts, ich sehe ja von meinem Erkerfenster, wer vor der Tuer steht;, ich gucke fuer Sie nach.
Doch nicht nachts? Fragte ich entsetzt,
immer, sagte er, ich habe einen sehr guten Schlaf, das stoert mich nicht nennenswert.
Rufen Sie mich einfach an.
Ein paar Tage spaeter gab ich den Kampf mit der Haustuer auf.
Ich bekam sie nicht aufgeschlossen.
Auch nicht nach dem hundertsten Versuch.
Ich klopfte wieder bei Peter.
Er kam heraus mit seinem Schluessel und wollte mir demonstrieren, wie leicht die Tueroeffnung moeglich ist, und dass wir natuerlich kein neues Schloss brauchen.
Er muesste feststellen, das mein Schluessel hakte.
Und nicht so leicht ging wie seiner
Er gab mir seinen Schluessel, und ueberpruefte, ob ich besser damit zurechtkam.
Ich kam besser damit zurecht. So ueberliess er ihn mir, und nahm meinen dafuer.
Das hat mir den Rest gegeben. Das geizzerfressene, muffige Monster mutierte zum strahlenden Helden mit den blauesten
Schweinsaeuglein der britischen Insel.

Es kostete 78 Pfund einen Zeitschalter fuer den Treppenaufgang
einzubauen, dafuer haetten wir 10 Jahre diese Funzel unter der Decke ohne Unterbrechung brennen lassen koennen, aber
Peter musste nicht mehr alle Augenblicke nachschauen, ob das Licht auch wieder ausgemacht worden ist.
In der folgenden Zeit habe ich ihn dann gelegentlich zum Essen eingeladen, was ihm wohl auch relativ gut gefallen haben muss.
sonst waere er ja nicht ein zweites Mal gekommen.
Er hat freimuetig ein bisschen aus seinem Leben erzaehlt, und auch sehr dezente Ansaetze von Humor gezeigt.
Die Beziehung stellte ein gut nachbarschaftliches Equilibrium ohne jeden tieferen persoenlichen Bezug dar.
Peter hat als junger Mann als Fallschirmspringer am 2. Weltkrieg teilgenommen.
Nach Entlassung aus der Armee hat er als Welder, was ungefaehr einem Metallarbeiter gleichkommt, gearbeitet und eine eigene, metallverarbeitende Firma gegruendet, die er in den 70ger jahren wieder verkauft hat, weil die Geschaefte zu schlecht gingen, er hat gejobbt, um seine 2 kleinen Kindern und und seine Frau zu versorgen. Erst als Taxifahrer, spaeter als Statist beim Film
Das hat ihm viel Spass gemacht, und er hat eine Menge beruehmter Schauspieler aus naechster Naehe kennengelernt,
Dann ist er in irgendeinem Council survey angestellt worden und hat darin bis zu seiner Pensionierung gearbeitet.
Seine Frau ist vor 5 jahren an Krebs gestorben. Er sagte, er
hat gedacht, verrueckt zu werden, wenn er nach Hause kam und das Haus leer, war, und sie nicht in der Kueche stand, um das Abendessen vorzubereiten, und die Gerueche nicht den Flur erfuellten.

Er hat das Haus verkauft, und sich das Parterregeschoss hier am Kanal gekauft, um diesen Erinnerungen, die ihn gelaehmt haben, zu entkommen.
Er hat sich neu eingerichtet, und sein Leben neu eingerichtet.
Jeden 2. Sonntag um 7.30 verlaesst er das Haus mit einem Blumenstrauss, um ihn am Grab seiner Frau niederzulegen,
und anschliessend bei ihrer Schwester zu fruehstuecken.
Er hat noch 3 Geschwister , die in Perth , Australien , leben
und die er regelmaessig besucht.
Im letzten Fruehjahr rief ihn sein bester Freund an, der in Sidney lebt. Er sagte ihm,

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