Wie man Enttäuschungen richtig betrachtet

von Alf Glocker
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Wie kann man jemanden enttäuschen? Das scheint eine der wichtigsten Fragen auf der Welt zu sein, denn ohne deren Beantwortung ist es niemandem möglich, Macht auszuüben oder überhaupt grundsätzlich glücklich zu werden. Denn durch die Beantwortung dieser Frage, die ja gleichzeitig auch deren Anwendung, das Enttäuschen selbst bedeutet, definieren wir unsere Position: unseren Erfolg!

„Nach oben arbeiten“ heißt gleichzeitig, jemand anderen, oder viele andere, am Aufstieg zu hindern. Dafür braucht man „Ellenbogen“ und eine Art von Verstand, die das Allgemeinwohl, zugunsten persönlicher Ansprüche ausschließt. Dafür müssen Konkurrenten enttäuscht werden. Und wer ist, in diesem Leben, kein Konkurrent?! Nicht einmal der Geschlechtspartner kann da ausgenommen werden!

Auch er (sie) muss richtig beurteilt werden, wenn man mit ihm zusammen (auf seine/ihre Kosten) das erstrebte Ziel, die Fortpflanzung, oder auch nur den Lustgewinn, effizient erreichen will. Das aber muss selbstverständlich so geschickt wie möglich verschleiert werden, denn die Verschleierung unserer Absichten ist die beste Methode. Dabei Rücksichten zu nehmen heißt sich selbst aufgeben.

Ausgesprochen gefährliche Institutionen nutzen diese unterbewusste Wahrheit (ja, das ist eine WAHRHEIT) für ihre Zwecke aus, die sie als „uneigennützig“ bezeichnen. Dabei handelt es sich um Militär und Religion! Beide Organisationen geben vor, es sei gut, wenn sich das Individuum in einer übergeordneten Struktur auflöse, wobei sie natürlich verheimlichen, daß es vor allem dort Ränge gibt!

Darin liegt die Ironie des (Nicht)Erreichbaren! Eine, für alle deutlich sichtbare, Ordnung gibt vor, Unterschiede zu nivellieren … indem sie sie deutlich hervorhebt! Eine geradezu lächerliche Art und Weise, einfache Menschen ins Bockshorn zu jagen, indem sie den besonders listigen Rücksichtslosen unter ihnen die größten Chancen einräumt. Allerdings ist die Bandbreite zweckdienlicher Ausreden auch verführerisch hoch!

Worauf es schließlich ankommt, ist Folgendes: Der einfache Mensch soll, möglichst problemlos, kleingehalten werden! Er darf sich in den von ihm gegründeten Familien verlustieren, wo er sich „liebevoll“ an den Nachkommen (den kleinen Opfern der Zeit), oder an einem diensteifrigen Partner ausleben kann, in deren Unterdrückung sich das so dringend benötigte Selbstbewusstsein beweisen darf.

Die Machthaber, die großen Enttäuscher jeder Epoche, stehen wohlwollend lächelnd daneben und beschäftigen einen ganzen Apparat subalterner Subjekte damit, unliebsame Ausderreihetänzer zu eliminieren. Alles wird ihren Bedürfnissen und der für sie als notwendig angesehenen Enttäuschung der breiten Masse untergeordnet. In der weiteren Interpretation der Verhältnisse liegt nun das Glück!

Jeder ist aufgerufen, eine neue Erklärung oder Definition für die Notwendigkeit von Enttäuschungen zu (er)finden. Da ist von einem „Ende der Täuschung“ die Rede, oder „vom freien Willen“, der die Möglichkeit einer Enttäuschung, der eigenen Unfähigkeit zuschreibt. Da wird aber auch die Verkommenheit einer instrumentalisierten Rechtsprechung sichtbar, die es Verbrechern erst ermöglicht, für die entsprechenden Enttäuschungen zu sorgen.

Ganz wichtig in diesem fatalen Idiotenspiel ist das sogenannte „Bruttosozialprodukt“! Niemand, der um die Früchte seiner Arbeit „sinnvoll“ betrogen werden kann, soll die Chance erhalten, sich selbst zu verwirklichen, wenn er nicht die perversen Regeln des, sagen wir es ruhig einmal, des „Untergangsszenarios“ befolgt. Nur wer, insgesamt gesehen, eine Negativwirkung auf seine Umwelt ausübt, darf siegen!

Die anderen müssen sich mit leeren Versprechungen abspeisen lassen, nachgeben (weil das „der Klügere“ immer tut), oder sich mit den vollendeten Tatsachen abfinden, die man ihm böswillig (mit den propagiert besten Absichten) vor die Nase gesetzt hat. Der sogenannte „Realist“ macht dann „das Beste“ daraus – er kuscht und versucht selbst, ein Opfer seiner Wahl zu enttäuschen, damit dem Schicksal Genüge getan ist.

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Kommentare

28. Dez 2018

"Der Klügere gibt nach" - was wohl beweist:
Die Herrscher sind Idioten - dreist!

LG Axel

29. Dez 2018

Es ist erstaunlich, daß sich daran nie was ändert : Herrscher sind blöd
(auch heut noch), wie es fast schon in jedem Buche steht.

LG Alf