Die Kunst in mir - Page 59

Bild von Jurones
Mitglied

Seiten

der Gefängnisdirektor Robert an, der sich fragt, wieso Hitlers Rad auf der Müllhalde gelandet war.
»Herr Grimm! – Hitlers Fahrrad wird mehrere hunderttausend Euro kosten!«
Offenbarte ein Gefängnisdirektor die Wahrheit über den Preis eines Fahrrads, weil wahrlich per Beweisfoto bestätigt wurde, dass jenes Zweirad vor langer Zeit von Herrn Hitler benutzt worden war.
»Wer würde ein Fahrrad von Adolf Hitler kaufen wollen?«
Fragte nachdenklich und geistesabwesend Robert.
»Ich würde gerne das Fahrrad abkaufen! – Wie viel wollen Sie dafür haben?«
Schlug ein Gefängnisdirektor vor.
»Ich brauche kein Geld, sondern dieses Fahrrad. – Ich habe heute noch was vor.«
Teilte Robert mit.
»Nein, nein, Herr Grimm! – Das Fahrrad werde ich ausdrücklich nicht für meine Zwecke verwenden. So ein Geschichtsbaustein der Vergangenheit wird mir viel Geld einbringen, das ich unverzüglich in mein Gefängnis investieren werde!«
Argumentiert begeistert Jens Kran.
»Wofür braucht ein Gefängnis so viel Geld?«
Erkundigte sich gedankenvoll Robert.
»Wenn Sie es nur wüssten, Herr Grimm! – Bei uns wurde das Wasser vor fünf Monaten abgestellt, weil wir die Rechnung nicht bezahlen konnten. Alle Klimaanlagen der Zellen müssten dringend ausgetauscht werden, weil hinter jeder Klimaanlage ein Lüftungsschacht existiert, der jedem Insassen die Flucht ermöglichen könnte. Die Klimaanlagen sollten generell ausgetauscht werden, da deren Funktion uns seit Jahren infolge unzähliger Probleme Kopfschmerzen bereitet. – Vor sehr, sehr vielen Jahren wurde das Bauwerk für eine andere Zielsetzung verwendet. Es war früher eine Jugendherberge, welche der Staat zu einem Gefängnis umgebaut hat. Daher befindet sich in jeder Zelle ein Lüftungsschacht, den wir mit der Klimaanlage verdeckt haben. So haben wir gewaltig Geld eingespart, und ein Umbau aller Zellen würde Kosten in Millionenhöhe verursachen. Die Baukosten für die große Hauptmauer mit Stacheldraht hat der Staat selbst übernommen. Die anderen Einrichtungsgegenstände wurden mit der Zeit von mir, den Justizvollzugs-beamten, und sogar von Angehörigen der Insassen, die durch ihre Spenden das Gefängnis viel attraktiver gestaltet haben, als dies zuvor bei der Jugendherberge der Fall gewesen war, angeschafft.«
Erzählte ansprechend ein Gefängnisdirektor.
»Wenn Sie das Geld dringend für die Verbesserungen brauchen, dann können Sie das Fahrrad von mir abkaufen.«
Schlug freundlich Robert vor.
»Danke, Herr Grimm! – Vor Jahren haben wir eine großzügige Spende von einem anonymen Verein erhalten, der ausdrücklich darauf hingewiesen hat, dass wir vom Spendengeld jede Zelle mit einem Fernsehapparat ausstatten sollen. Diesen Vorschlag haben wir umgesetzt, wir erhalten durch diesen anonymen Verein eine monatliche Geldsumme, die leider die Wasserrechnungen nicht abdecken kann. Sollte das Geld aus der Hitlers Fahrrad-Auktion ausreichen, so werden wir darüber hinaus ein eigenes Kino errichten!«
Schilderte sehr hoffnungsvoll der Gefängnisdirektor.
»Und wieso sehen sich die Insassen Filme über Gefängnisausbrüche an?«
Fragte Robert.
»Damit sie nicht fliehen müssen! Wir möchten zeigen, dass ein Gefängnis ein Ort der Entspannung sein kann. – Mit Liebesfilmen haben wir es versucht, doch die Insassen wurden verlorener, weil jeder Insasse von einer Frau in der Freiheit erwartet wird. – Herr Grimm, wie viel Geld wollen Sie für das Fahrrad haben?«
Antwortete rührend der Gefängnisdirektor mit einer Frage, die Robert sehr leicht beantworten kann.
»Mhm … Für das Fahrrad können Sie mir 50 Euro geben.«
Schlug seriös und ernst Robert vor, der Hitlers Fahrrad für 50 Euro verkaufen möchte.
»Oh! – Ich habe nur 40 Euro dabei. Ist das in Ordnung?«
Sprach gemütlich der Gefängnisdirektor.
»Ja, 40 Euro gehen auch!«
Verkündete unverzüglich Robert, der bloß daran denkt, wie er zu Fuß sein Abenteuer meistern soll.
»Hier, Herr Grimm! – Das sind genau 40 Euro für das Fahrrad. Sollten wir einen Kaufvertrag abschließen?«
Fragte ebenfalls unverzüglich der Gefängnisdirektor, der Robert 40 Euro für das Fahrrad von Herrn Hitler überreicht.
»Nein, ein Kaufvertrag ist nicht nötig.«
Offenbarte Robert.
»Danke, Herr Grimm! Ich danke Ihnen für die Möglichkeit, die uns und alle Insassen unterstützen wird. – Das Fahrradgeld wird ausschließlich für gute Zwecke verwendet.«
Sagte ansprechend und versprechend ein Gefängnisdirektor.
»Gern geschehen … Ich muss leider schon los! – Ich habe noch was vor!«
Teilte Robert umgänglich mit.
»Auf Wiedersehen, Herr Grimm!«
Äußerte der Gefängnisdirektor hörbar dazu, der Hitlers Fahrrad mit gehöriger Freude in den Gefängniseingang schiebt, und hinsichtlich Roberts Abgang bleibt der Gefängnisdirektor darüber froh, dass Roberts Reise und Abenteuer einen wahrlich teueren Baustein der Geschichte aus Hitlers Vergangenheit vor Ort für lächerliche 40 Euro verkauft hat. In der Tat denkt Robert beim Gehen seit geraumer Zeit nicht an das alte Fahrrad, sondern großräumig an die erlebte Liebe, die erlebnisvoll und allerliebst Lisa heißt, die anheizend Roberts nächstes abenteuerliches Erlebnis mit etlichen Liebesgedanken und Fantasien begleitet. Derart beflügelt muss Robert nur noch zum angesagten Bestattungsinstitut „Erde und Himmel“ gleiten und dort den gesuchten Mark Müller finden, was findig Roberts Zukunft als falscher Staatsdiener und Richter mit einem triumphalen Erfolg krönen kann. Die unmöglichen Gedanken müssen beim Begehen der herbstlichen Straße geräumt sein, und diese leere Räumlichkeit des Erinnerungsvermögens kann Roberts Notizzettel mit einem Vermögen des aufgeschriebenen Wissens beglücken. Wissentlich wandernd von der Hosentasche in Roberts Hand, wird Folgendes möglichst klar vorzeigt: „Mark Müller und dise einbanstrasse Psyhiatri.” – „Niki und kirche. In Wald nix besuchen!“ – „Göte Strase 311 und auspufff“ – „elllli Golding und laittss!“ – „Lukas Mann und widersehen Knast!“– „Erde und himel. Fridrich schilller Strasse 10!“ Und somit macht Robert sich auf die leichtere Suche, die aufsuchend beim Fragen nach dem Standort leicht aus erlebten Erinnerungen besagt, dass das ersehnte Bestattungsinstitut „Erde und Himmel“ sich in der Nähe einer Hauptschule befindet. Roberts Schulzeit hatte ebenfalls in der Hauptschule stattgefunden, die ihm kein großes Wissen durch die angebotenen Unterrichtsfächer, hatte anbieten können. Durch seine Dummheit konnte er sich sein reines Herz und eine wahre Menschlichkeit aneignen, die im Entscheiden und Handeln eine entscheidende Vernunft geformt hat, die, wie dieses Abenteuer informiert, vielen Menschen in Form von Hilfe zuteilgeworden ist. Jene Tatsache über die erbrachte Hilfeleistung kann Robert dennoch mit seiner Gutherzigkeit nicht für sich selbst erbringen, denn es ist und bleibt für ihn eine Selbstverständlichkeit, die selbstredend diese Taten der menschlichen Aufrechterhaltung gleich beim Bestattungsinstitut „Erde und Himmel“ aufheiternd und unbewusst umsetzen wird. Sich gründlich umsehen muss Robert nicht, denn an dem Gebäude befindet sich, richtig korrekt, ein großes Schild, das Folgendes schildert: „Erde und Himmel“. Und so von Gott und Niki gesegnet, kommt Robert beim Betreten der Räumlichkeiten des Bestattungsunternehmens eine ausgesprochene Erinnerung

Lektor: Axel C. Englert

Seiten

Mehr von Mit T am Ende lesen

Rechtshinweis:
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich oder durch Copyright geschützt und darf ohne Genehmigung nicht verwendet werden.

Interne Verweise