Die Kunst in mir - Page 63

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durchdacht verlässt Robert die Räumlichkeiten der Leichen und Särge, und begibt sich zu seiner nächsten Anlaufstelle, um nächstmöglich und unumgänglich von der Polizeistelle das mit einer Klarstellung über Mark Müller zu erfahren, was anstehend unvermeidbar ist. – Wieder müssen Roberts Füße eine weitere Laufstrecke ertragen, einzig der herbstliche Wind kann Robert mit Schwung und Kraft in Richtung Polizeirevier treiben. Bevor Robert diese stürmische Unterstützung als kostenlose Mitfahrgelegenheit zur Beförderung in Ansprucht nehmen kann, scheint es erforderlich, den Tascheninhalt in Augenschein zu nehmen. Stimmig, dass der Diamant für Roberts wahre und gegenseitige Liebe namens Lisa bestimmt ist! Neben dem extrem haltbaren Diamanten beinhaltet Roberts Hosentasche die 40 Euro, die er vom Gefängnisdirektor Jens Kran als Gegenleistung für Adolf Hitlers Fahrrad erhalten hatte. Das Spielen auf der Mundharmonika wird Robert gewiss übend erlernen, denn das Wiedersehen mit Lisa muss mit geübten und erlernten Musikleistungen gefeiert werden. Der wertvolle Gerichtsausweis bleibt für Roberts Einschätzung und Fantasie nur ein geschätzter Wert der Normalität, die sich im Laufe des wertvollen Tages dennoch als „Wächter im Gericht“ vorgestellt hat. Der Kugelschreiber und die fehlerhaften Notizen auf dem Lebenslauf laufen quasi automatisch mit, und selbst der von Robert fast unbenutzte iPod Touch wird unter „nützlich” laufen. Robert nutzt diesen großzügigen und herbstlichen Wind, der ihm mit großer Kraft und einem kostenlosen Schwung eine Mitfahrgelegenheit gewährt. In der Tat befindet sich Robert eine Stunde später unverkehrt an einer Bushaltestelle, gleich neben der Polizeistelle und dem bereits bekannten Amtsgericht, mit Erwartungen.
»Werde SOFORT SCHÖN und SCHLANK!
Trink ‚BERTHA KRAUSES ZAUBERTRANK!‘!
Wer einmal Bertha Krause sah –
Der weiß es: Dieser Spruch ist wahr!«
Las Robert vor, was er auf einem Werbeplakat an der Bushaltestelle sehen kann, und mit großer Vorsicht begibt sich Robert zur besagten Polizeistelle, wo die sagenhaften Diener des Staates für die Sicherheit der bedienten Menschen sorgen müssen. Derart sorglos betritt Robert mit seinem sorgenvollen Anliegen die Räumlichkeiten der Polizei, in denen ein auf einem Stuhl sitzender Polizist zeitungslesend sein Unwesen treibt.
»Hallo, mein Name ist Robert Grimm!«
Teilte Robert freundlich mit, der sehen kann, wie der unfreundliche Polizist seine Anwesenheit absichtlich und bewusst ignoriert.
»Guten Tag.«
Sprach immer noch freundlich Robert, der diese Sekunden mit Warten auf eine Reaktion seitens des Polizisten füllt, der nach wie vor die Zeitung liest.
»Hallo, kann ich Sie etwas fragen?«
Fragte Robert.
»Ich bin nicht ja taub! – Und, was hast du angestellt? Dich geprügelt, oder doch etwas geklaut?«
Antwortete rasch und frech ein Polizist, der Robert exakt so ansieht, weil seine Kleidung und Uniform das von ihm verlangt.
»Mein Name ist Robert Grimm. – Ich arbeite für den Herrn Gerichtspräsidenten Eris, hier ist mein Gerichtsausweis.«
Verkündete einigermaßen unmanierlich Robert, der nun die wahren Manieren des Polizisten deutlich erkennen kann.
»Oh! Ich wusste nicht, dass Sie … Dass Sie Richter sind, Herr Grimm.«
Äußerte erschreckt und leicht heuchlerisch ein Polizist, für den Roberts Gerichtsausweis eine echte Einschüchterung repräsentiert.
»Was ist mit Mark Müller passiert?«
Fragte ebenfalls rasch und frech Robert, der wahrscheinlich seine Macht und hohe Position als Staatsdiener zum ersten Mal ausnutzt.
»Mark Müller ist … Er ist …«
Antwortete sehr eingeschüchtert ein Polizist.
»Taub bin ich nicht …«
Sprach ruhig und gelassen Robert das aus, was er von dem frechen Polizisten zuvor gehört hatte.
»Bitte warten Sie hier, Herr Grimm. – Unser Polizeipräsident wird Ihre Fragen beantworten können. Bitte warten Sie!«
Schilderte der leicht verängstigte Polizist, der sein Wesen in eine Räumlichkeit verlegt, wo sein Unwesen wesentliche Minuten verbringt. Wartend erhofft Robert sich, dass sein Abenteuer als falscher Richter bei dieser Ermittlungsreise noch nicht das Ende finden wird. Wie erhofft tritt aus dem Polizeigemach der Polizeipräsident, der eine echte Präsenz und Ausstrahlung verbreitet, welche bereitwillig schildert, dass dieser Mensch wahrhaftig ein Dienstvorgesetzter ist.
»Hallo, Herr Grimm. – Dürfte ich Ihren Gerichtsausweis sehen?«
Erkundigte sich beinahe neutral der Polizeipräsident dieser Stadt. So angestarrt lässt Robert die paranoiden Gedanken über seine wahre Vergangenheit links liegen und legt dem Polizeipräsidenten seinen Gerichtsausweis vor.
»Bitte kommen Sie mit, Herr Grimm. – Wir müssen so einiges besprechen.«
Verkündete erneut so neutral ein Polizeipräsident, der sich mit Robert in ein weiteres Zimmer begibt, wo es lediglich einen Tisch, zwei Stühle und keine Fenster gibt.
»Bitte nehmen Sie auf diesem Stuhl Platz, Herr Grimm.«
Schlug seriös der große Mann vor.
»Wie ich hörte, suchen auch Sie jenen Mark Müller.«
Offenbarte höchst achtungsvoll ein Mensch, der sich durch sein geistiges Niveau und seine beachtenswerte Gedankenwelt deutlich von anderen Menschen unterscheidet, die Robert bei seiner Reise im Laufe des Tages getroffen hatte. Und diese einsichtige und eindringliche Erkenntnis über eine höhere geistige Stufe lässt Robert feststellen, dass er ein echter Staatsdiener ist, der sicherlich seine Macht als Polizeipräsident für die Sicherheit der Menschen einsetzt.
»Haben Sie Mark Müller gefunden?«
Fragte auf positive Weise eingeschüchtert Robert.
»Mark Müller wurde vor drei Stunden ohne Anzeichen von Leben in einem Denkmal unserer Stadt gefunden. Es handelt sich um den Wasserbrunnen, der sich an der ‚Goethe-Straße‘ befindet. Die Akte und das Gerichtsprotokoll über Herrn Müller hatte ich auf meinem Tisch liegen. – Wie es scheint, geht das Gericht den Märchen nach und sucht nach einem fantastischen Übermenschen.«
Schilderte präsent und wahrlich ernst ein Polizeipräsident.
»Es war meine Aufgabe, Mark Müller zu finden. – Oder sein Blut.«
Vermerkte Robert, der seine Aufgabe nun wahrlich mit Sinn hinterfragt.
»Wie es scheint, hat unser Herr Eris beim Nachdenken völlig den Verstand verloren. – Herr Grimm, nachdem wir Mark Müller aus dem Wasserbrunnen rausgefischt hatten, haben wir eine medizinische Probe des Wassers genommen, um weitere Märchen über einen Übermenschen durch Untersuchungen überprüfen zu können. Wie wir per Wassertest im Experten-Labor festgestellt haben, befand sich im Wasserbrunnen eine gewöhnliche LSD-Drogen-Flüssigkeit, die durch einen Rohrbruch in der ‚Regenbogen‘-Waschstraße in den Brunnen geflossen war. Der Besitzer der ‚Regenbogen‘-Waschstraße steht unter Verdacht des Drogenhandels, weil seine angebotene Reinigungsflüssigkeit mit der LSD-Droge verseucht ist.«
Erzählte der Polizeipräsident.
»Mark Müller ist tot …«
Dachte Robert erneut laut nach.
»Darüber sollten Sie sich keine Sorgen machen, Herr Grimm. – Nur Ihr Vorgesetzter Herr Eris ist der Sorge wert. Ihnen sage ich es bedenkenlos: Aber Sie sollten Ihre Tätigkeiten, die Sie im Auftrag von Herrn Eris ausführen, mehrmals überdenken. Herr Eris hat den Tatsachen

Lektor: Axel C. Englert

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