Die Kunst in mir - Page 10

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hat. An der Wand ist das besagte „Ellie Goulding“-Poster, welches das Zimmer halbwegs und gerade so mit einer gewissen Annehmlichkeit ausstattet. Doch die ausgestatteten Gedanken über Frau Kiefereisen und ihre heimtückischen Geschäfte bleiben als eine regelnde Erinnerung liegen, die Robert regelrecht mit der „Die Kunst in mir“-Maßnahme verbindet, und tatsächlich den nebensächlichen Mut erweckt: etwas zu wagen, was er aus eigener Kraft nicht schaffen kann. Auch die besagte und erwähnte Krankenschwester, die die Patienten im Krankenhaus um Geld bestohlen hat; und die durch ihre Handlung Roberts berufliche Zukunft ruiniert hat, spielt hier eine große und gravierende Rolle! Auch irgendwelche zwei Typen, die vor ein paar Tagen Robert schief und dumm angeglotzt haben, bewegen in Robert viele Mutproben und Auffassungen, die zusammenfassend nach Tatkraft schreien und brüllen. Selbst der IQ-Wert von 36 aus dem Eignungstest lässt aus Robert ein deutliches und riesiges Zahnrad entstehen, das drehend und tanzend nach einem Mechanismus sucht, mit dem man eine wahrliche Nutzung und Funktion für die Gesellschaft erbringen kann. – Das Gedicht, welches im Test vorkam; und welches von Axel C. Englert verfasst wurde; und welches das Thema Amtsgericht behandelt; und welches Robert auswendig lernen wollte, liegt gleich neben dem Drehtelefon, das eine auserwählte und ausgesuchte Telefonnummer auserwählt. Ausgewählt und zugegeben wollte Robert Grimm unter der Nummer seine nominierte und wunderschöne Erfahrung schildern, die er auf der Behindertentoilette zufällig mitgekriegt hatte. Doch in der Tat bleibt die Kunst in Robert schlummernd, die unter Hochmut und Motivation etwas wagt, was getan werden muss, um ein Zahnrad zu werden.
»Justiz-Geschäftsstelle des Landes Schleswig-Holstein. – Mein Name ist Frau Ottenberg. Was kann ich für Sie tun?«

Der nächste Tag bricht mit der erlebten und auserwählten Motivation ein, und eine wahre Entschlossenheit kennt wahrlich keinen Halt, sondern nur einen undehnbaren und langen Weg der Motivierung, den nun Robert Grimm mit guten Absichten bestreitet. Bescheiden möchte Robert keinesfalls sein, er plünderte daher sein dickes Sparschwein, was scheinheilig Robert anders und dezent gekleidet hat. In der Tat und mit der Pracht trägt Robert augenblicklich einen schwarzen Anzug, der augenscheinlich etwas zu bedeuten hat. Ein neuer Haarschnitt war früher ein Luxus und ein große finanzieller Aufwand, der hier aufwendig und notwendig erscheint. Ein schwarzer Aktenkoffer stellt ebenfalls eine Notwendigkeit und Erforderlichkeit dar. Selbst das Gehen, Laufen oder das Fahren mit dem Bus hat Robert mit voller und guter Absicht abgelehnt, er kutschiert in einem Taxi durch die Stadt. Sein Zielort ist zielstrebend und erstrebend bekannt, und selbst die Mutwilligkeit hat ins Taxi-Auto reingepasst, die passend und sehr bald das Ziel erreicht.
»Stört Sie die Musik?«
Fragte der Taxi-Fahrer, der ein großes Zahnrad im System ist.
»Nein, das Lied ist schön. – Ich mag es!«
Antwortete mit guter Laune Robert Grimm.
»Das Lied heißt: ‚Who Do We Think We Are‘ und ist von John Legend. Worum es geht, kann ich nicht sagen. Mein Englisch ist scheiße! Hahaha!«
Sprach lachend der Taxi-Fahrer, und Robert lacht mit, weil er mit ihm dieselbe Erfahrung teilt.
»Sie wollten doch an die ‚Rathausallee‘, oder?«
Erkundigte sich der Taxi-Fahrer.
»Ja, das ist mein Zielort!«
Sagte erfreut Robert, der mit seinem schwarzen Anzug unbewusst prahlt.
»Da ist das Amtsgericht … Und die Polizeistelle ist gleich daneben.«
Verkündete der Taxi-Fahrer, der leicht erschrocken wirkt.
»Ist mir bewusst. – Ich habe im Amtsgericht ein sehr wichtiges Gespräch.«
Protzte Robert rum.
»Oh … Ich muss Sie leider hier rauslassen. – Ich besitze keinen Führerschein und habe die ‚Taxi‘-Aufkleber im Internet gekauft. Als Verbrecher werden Sie mich nicht verpetzen, oder?«
Redete der Taxi-Fahrer, der sein Auto in einer Parklücke zum Stehen bringt.
»Verbrecher? – Wieso?«
Befragte Robert sogar sich selbst.
»Na … Weil Sie gleich eine Gerichtsanhörung im Amtsgericht haben? Das haben Sie mir gesagt.«
Antwortete der Taxi-Fahrer, der vor Nervosität ein rotes Gesicht hat.
»Nein, ich habe dort sowas wie ein Vorstellungsgespräch!«
Sprach erfreut und glücklich Robert.
»Oh … Alles kommt ans Licht. Jede Strafe wird einen einholen. Doch heute werde ich es nicht sein. – Ich habe einen Vorschlag für Sie: Wir sollten unser Gespräch vergessen und dafür geht die Fahrt auf mich. Wie finden Sie das?«
Offenbarte der Taxi-Fahrer.
»Worüber haben wir gesprochen?«
Imitierte Robert die Unwissenheit.
»Gut! – Das Amtsgericht ist nur in ein paar Minuten entfernt. Gleich hinter der Bushaltestelle.«
Erzählte der imaginäre Taxi-Fahrer, der dennoch ein großes Zahnrad im System ist.
»Ich weiß, wo das Amtsgericht ist. – Dennoch kriegen Sie von mir Ihr Geld!«
Bemerkte freundschaftlich Robert und gibt dem Fahrer einen 50-Euro-Schein, den der Fahrer überraschenderweise annimmt. Verblüffenderweise hat Robert die Weisheit außer Acht gelassen, und hat betrüblicherweise die Stellungnahme des Taxi-Fahrers mit seiner bescheidenen Auffassungsgabe überhaupt nicht realisiert. Immerhin besagt eine weise und kluge Weisheit, dass Hochmut vor dem Fall kommt. – Angekommen ist Robert nicht, doch seine ausgesprochene und merkwürdige Bewandtnis hat ihn gänzlich überholt, und er befindet sich geistesabwesend schon im Amtsgericht. Das Amtsgerichts-Gebäude ist zum Greifen nah und eine nahestehende Polizeistelle ist ebenfalls dort aufzufinden. Den richtigen und kürzesten Weg muss Robert sich nicht aussuchen, sondern der Straße zu Fuß folgen, die kompetent und folglich eine Folgerichtigkeit enthält. Doch anstatt zu gehen, erstarrt Robert vor einem Werbeplakat, das verbalisierend und überaus auffallend das „Bertha Krauses Zaubertrank!“-Bier zur Schau stellt. Es ist eine Bushaltestelle, die dieses Werbeplakat manifestiert.
»Werde SOFORT SCHÖN und SCHLANK!
Trink ‚BERTHA KRAUSES ZAUBERTRANK‘!
Wer einmal Bertha Krause sah –
Der weiß es: Dieser Spruch ist wahr!«
Las Robert Grimm den Werbespruch vor, der vortrefflich und ansprechend zum Trinken auffordert. Herausfordernd begibt sich Robert auf ein unbewusstes Abenteuer, das teure und durchgreifende Ereignisse mit sich bringen wird. Der Weg raubt nicht viel Zeit, sondern der trübselige und bekümmerte Gedanke daran, ob der Aktenkoffer eine gewisse Glaubwürdigkeit erzeugen und aufbringen kann. Da tut sich schon der Anblick des Gebäudes auf, welches auffordernd das Amtsgericht zeigt, und gleich daneben nimmt die Polizeistelle ihren Platz ein. Das eine große Gebäude bleibt das besagte und ersehnte Amtsgericht, das beim Annähern immer größer wird. Leicht widrig kommt die herbstliche Kälte, die mit ihrem Wind und Schub Robert einen kräftigen Anstoß verleiht, welcher nun wie mit verliehenen Flügeln schon vor dem Eingangstor steht. Vor dem Gebäude halten sich ein paar rauchende Personen auf, die bei näherem Anblick und prüfender Ansicht wie Robert gekleidet zu sein scheinen.

Lektor: Axel C. Englert

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