Es war einmal: der Bauer Bek

Bild von Alf Glocker
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Der lebte im früheren Fernen Westen und dachte sich nichts dabei. Er dachte meistens überhaupt nichts und wenn doch, dann nur bei der Arbeit! Was er sich heute denkt, ist seit gestern irrelevant, denn er weiß nicht mehr genau was er denken soll! Überall ist das „Komischerweise“ am Werk und aus jeder angenommenen oder völlig überraschenden Richtung schlägt ihm das „Was mache ich denn da für einen Blödsinn“ ins Gesicht. Keinerlei Effizienz seines Handelns leuchtet ihm ein und in den Ohren hat er ständig das Gewäsch der Nasenpopelisten, die überall nach verborgenen Anti-Schätzten kramen.

Es scheint sehr wichtig geworden zu sein, neben dem Feld zu ackern und zu pflanzen, dort wo die Steine sind und ohnehin nie was wächst. Aber die Gnome um ihn herum, die seinen Träumen entstiegen sind und nun auf ihre Belohnung warten, feuern ihn andauernd an: „Mach doch bitte Mist!“ rufen sie ihm zu, „damit du uns ähnlicher wirst und wir uns nicht mehr über dich zu beklagen haben, denn sonst holen sie dich ein, die Unsicherheitskräfte aus den Quacksalberstudios im Regierungsfünftel, wo die Esel Bananen fressen und die Professoren sich gegenseitig mit Datteln bewerfen, womit sonst?!“

Bek betrachtet sich im Spiegel. Ist er schon schwarz geworden? Nein, leider immer noch nicht – dabei hat er so sehr auf den Knobell-Preis gehofft, für sein exzellentes Brot, um das ihn die dubiosen Figuren, die neuerdings in der Landschaft herumstehen, beneiden. Drohbriefe und Stinkefinger hat auch schon bekommen und natürlich eine Ermahnung von Unordnungsamt, daß er die Gemeinschaftsregeln verletze, weil er sein Brot, welches das beste sei, als Beurteilungsgrundlage für z. B. gar kein Brot oder schlechte Pfannkuchen herangezogen und andere Produkte geschmäht habe.

Doch der Bauer gab noch immer nicht auf … Erste Morddrohungen ignorierend habe er verkündet, es sei doch widersinnig, ihn aus dem Leben abzuschaffen, wenn man weiterhin das von ihm produzierte Brot essen wolle. Man hatte ihm darauf entgegengehalten, man könne es essen, solange der Vorrat reicht. Dafür brauchen man ihn doch nicht. Was danach komme, sei höheren Mächten vorbehalten. Bek schüttelte nur den Kopf! „Wozu habe ich auf dem Feld gestanden, das Korn eingebracht, es ohne Phrasen gedroschen, gemahlen, Teig angesetzt, ihn schließlich geknetet und gebacken?

Wozu habe ich einen Ofen gebaut? Damit ich nun mit dem Ofenrohr ins Gebirge schauen kann? Was denkt ihr euch eigentlich? Was denken sich die Schicksalsmacher, die doch immer behaupten, Verschwörungen gäbe es nicht, wenn ich ihr Opfer geworden bin? Sieht denn keiner, was da mit mir vorgeht? Was brauchen wir denn in Zukunft überhaupt noch?! Wenn einer ein schlechter Bäcker ist, ein schlechter Bauer und ein schlechter Planer, dann ist er doch nicht auf einmal gut in allem, nur, weil er mein Brot gegessen hat, das er in Wahrheit, meinetwegen, zutiefst verabscheut?!

Wer mich nicht leiden kann und mein Brot auch nicht, weil er mich nicht leiden kann, sondern nur das Land liebt, auf dem ich mein Brot anbaue und es von mir befreien will, der wird niemals ein gutes Brot backen und niemals gut das Feld bestellen, der wird keinen Ofen bauen und auch nicht mit dem Ofenrohr ins Gebirge schauen! Der wird alles nur um des Zerstörens willen alles zerstören! Der wird nichts Gutes planen, ja, er wird sogar diejenigen beseitigen, die sich frech an meinem Brot bereichert haben, die es verschenkten an Leute, die es nicht wollten, die nur wollten, daß ich zu backen aufhöre …“

Als der Bauer Bek dies gesagt und geschrieben hatte, da erschraken seine späteren Mörder so sehr, daß sie sogleich das Land verließen, das er bebaute, in dem er plante, wo er seine Ernte einbrachte, und sie trollten sich zurück in die Gefilde der in ihrer Niederträchtigkeit Seligen, deren Gebiete so groß waren, daß ungeheuer viel Volk in ihnen Platz gehabt hätte, wenn es sich nicht vorgenommen hätte, das Brot anderer Leute zu essen und sie anschließend von ihren Äckern zu vertreiben. Aber leider handelt es sich hier um ein Märchen.

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