Kommissarin Ferlanger Teil 1

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Es war kurz nach Einbruch der Dunkelheit, als es einen lauten Knall tat. Leo fuhr vom Sessel hoch und starrte zur Tür. Unfähig einen Schritt zu tun wartete er gespannt hinter der verschlossenen Wohnzimmertüre. Er hielt den Atem an, in seinen Ohren rauschte es und alle seine Muskeln waren angespannt. Er glaubte leise Schritte zu hören. Langsam streckte er den Arm aus, um nach dem Schürhaken zu greifen, der links von ihm an der Wand hing. Er wollte sich wenigstens verteidigen können, falls der Eindringling ihn entdeckt. Schlurfende Schritte näherten sich der Türe, so als ob jemand einen schweren Sack hinter sich herzieht. Mit beiden Händen umklammerte Leo den Schürhaken, während er ihn über seinen Kopf hob. Plötzlich war nichts mehr zu hören, er lauschte, nichts, kein Geräusch. Vorsichtig griff er mit der Hand auf die Klinke und drückte sie sachte ganz langsam herunter. Er zählte mit eins-zwei -drei, dann riss er die Türe auf, schaute rechts und links. Da war nichts. Er stand unter dem Türrahmen und ließ den Schürhaken sinken. Um keinen Laut von sich zu geben, zog er seine Schuhe aus und schlich in Socken ins Nebenzimmer. Ein Blick ins Zimmer sagte ihm, dass da niemand ist. Leo durchsuchte zwei weitere Räume, doch es gab nichts Auffälliges. Völlig unvorbereitet traf ihn der Schlag auf der linken Schulter. Leo schrie auf, fuhr herum und ihm gegenüber stand der Eindringlich, bewaffnet mit einem Baseballschläger. Über dem Gesicht trug er eine Motorradhaube, aus dessen Augenschlitzen das Blitzen dunkler Augen zu erkennen war. Sein Gegenüber war gerade im Begriff zum zweiten Mal auszuholen, als Leo sich auf den Boden warf und seinem Angreifer mit dem Schürhaken das Schienbein brach. Ein ekelhaftes Krachen des Knochen war zu vernehmen, der Eindringling stürzte brüllend auf den Fußboden. Wutentbrannt versuchte er mit dem Schläger Leo zu treffen, der packte ihn, zog in an der Kleidung hoch und schleuderte ihn gegen die Wand. Sein Angreifer knallte mit dem Kopf dagegen und fiel ohnmächtig krachend gehen einen Sessel. Als Leo sah, dass momentan keine Gefahr mehr von ihm ausging, beugte er sich über und zog ihm mit einem Ruck die Maske vom Gesicht. Er kannte den Mann nicht. Seiner Schätzung nach dürfte er um die dreißig sein, er hatte auf der rechten Wange eine Narbe, die vom Ohr quer zur Nase reichte. An einer Seite des Halses war eine Tätowierung, die in einem Ornament eingefasst Zahlen und Buchstaben hatte. Leo durchsuchte die Taschen des Bewußtlosen, fand einen Autoschlüssel, ein wenig Bargeld und einen zusammengefalteten Zettel. Bevor er sich diesen genauer anschaute, drehte er den Einbrecher auf den Rücken und Band seine Hände mit Kabelbinder zusammen. Anschließend zerriss er ihm das Hosenbein. Er wollte sich das Ausmaß der Verletzung ansehen. Dann zerrte er ihn hoch und lehnte den immer noch Bewußtlosen an die Wand, holte aus dem Abstellraum zwei Besenstiele, um ihm eine Beinschiene anzulegen. Leises Stöhnen war zu hören, schön langsam kam der Mann zu sich. Um sicher zu gehen, dass er nicht von einem erneuten Angriff in Gefahr kommt, holte Leo sich einen zusätzlichen Stuhl, den er zwischen den Körper des Mannes und ihm einklemmte, sodass er sich nicht unerwartet nach vorne stoßen konnte. Die Besenstiele band er fest um das gebrochene Bein. Der Mann heulte auf, dafür war er jetzt wieder bei Bewußtsein.
»Wer bist du? Was wolltest du hier?« fuhr er den Mann an. Dabei schlug er ihm unsanft auf die Wange.
»Fick dich«, war seine einzige Reaktion. Leo stieß wütend mit dem Fuß gegen den Sessel, mit dem er den Mann eingeklemmt hatte. Er zog aus der Hosentasche sein Telefon und rief die Polizei.
»Hier spricht Gerling, Bachstraße 12. Bei mir sitzt ein Einbrecher mit gebrochenem Schienbein zur Abholung.« Sein Angreifer konnte das Gespräch mithören, während er unentwegt versuchte sich von den Kabelbindern zu befreien.
»Beeilen Sie sich, ich habe keine Lust ihn länger in Schach zu halten, knurrte er ins Telefon.«
Nach ungefähr fünfzehn Minuten fuhren zwei Polizeiautos mit quietschenden Reifen vor dem Haus vor. Zu viert gegen sie auf die Haustüre zu, die ihnen Leo ungeduldig schon vor dem Läuten öffnete.
»Endlich! Da drinnen!« Er ging vor und deutete den Polizisten die Stelle, wo der Mann saß. Einer von ihnen rief einen Rettungswagen, der älteste von ihnen schob den Stuhl beiseite. Ohne Vorwarnung stieß der Einbrecher mit seinem Kopf gegen den Polizisten und brach ihm das Nasenbein. Der fluchte, schlug ihm mit der Faust in den Magen, anschließend zerrte er ihn an den Kabelbindern hoch.
»Lass gut sein«, beruhigte ihn ein Kollege. Unsanft stieß er den Mann auf den Sessel und schloss mit einer Handschelle dessen zusammengebundene Hände hinter der Lehne zusammen. Während sie auf den Rettungswagen warteten, befragten die beiden verbliebenen Polizisten Leo zu dem Tathergang. Leo zeigte ihnen seinen Schürhaken, mit dem er sich verteidigte und den Baseballschläger. Seine Schulter schmerzte immer noch, es schien aber nichts gebrochen zu sein.
»Woher der Knall kam, weiß ich nicht, ich hatte noch keine Zeit mich weiter umzuschauen.«
Während zwei Polizisten auf den Mann Acht gaben, ging Leo mit den beiden anderen durch das Haus. Er öffnete die Türe zum Keller, drehte das Licht auf und ließ die Polizisten voran gehen. Zwischen alten Möbeln und Stapel von teils leeren Kartons fanden sie einen ausrangierten Feuerlöscher. Ein Polizist drehte sich fragend zu Leo
»War der immer schon hier?« Leo verneinte, er kratzte sich am Kopf, während er nachdachte.
»Damit könnte er sich Zutritt verschafft haben. Im Raum nebenan gibt es ein Fenster.«
Leo machte am Absatz kehrt und verschwand im Raum daneben, die Polizisten folgten ihm, ihre Waffe hatten sie vorsorglich gezogen. Beim Betreten schlug ihnen ein kalter Wind entgegen und dann sahen sie es, das Kellerfenster war mit Wucht eingeschlagen worden, durch die Wucht des Einschlags waren die Holzrahmen geborsten.
Leo ging darauf zu, um den Schaden zu inspizieren.
»Nichts anrühren!« riefen die Polizisten, wir rufen die Spusi.«
Leo sah sich im Raum um. Es sah aus wie immer, der Einbrecher hatte sich hier den Zutritt zum Haus verschafft. Plötzlich fiel Leo der Zettel ein, den er bei dem Mann gefunden hatte.
»Ich habe

Der Titel Kommissarin Ferlanger ist nur ein Schmutztitel, der genaue Titel des Krimis wird sich bis zum Ende herausstellen.

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