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Lichterglanz aus dem Universum - Page 4

Bild von Willi Grigor
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einem kleinen See umgeben von Wald, und ohne menschliches Licht in der Nähe (außer unserem), hatte ich eine gute Bedingung zur Sternbeobachtung - nur mit meinen Augen. Aber im Norden sieht man die Sterne hauptsächlich im Winterhalbjahr, es ist kalt und man bleibt nur sehr kurz draußen. Deshalb installierte ich eine Badetonne mit 2000 Liter Wasser, das mit Holz aufgeheizt wurde.
Dies war eine beliebte Anschaffung. Nicht nur für die Kinder, sondern auch für mich. Das Aufheizen brauchte seine Zeit - aber die Zeit danach war umso besser.
Mindestens eine Stunde lag ich und schaute nach oben auf die Milchstraße, unabhängig von der Außentemperatur.
Und nicht so selten kam eine Sternschnuppe kurz vorbei und schickte mir einen kurzen Gruß. Die menschlichen "Sterne", die um den Globus fliegen, hatten es - so sah es aus - eiliger, und deshalb keine Zeit für einen kurzen Gruß.
Diese Zeit ist nun leider vorbei. Ich zehre von der Erinnerung, möge sie sich lange und gut erinnern.

Ich gehe gern auf Sternenreise,
den Weg zeigt mir ihr Licht.
Ich tu's auf recht bequeme Weise:
mein Sehsinn reist, ich nicht.
Allein in meiner warmen Tonne
im Schein der Sternenwelt,
spür ich des Nordens Winterwonne,
die keinen Anspruch stellt.
Ich sitz im Wasser, schau nach oben,
kein menschlich Licht mich stört.
Und jeder Stern am Himmel droben
nur mir allein gehört.
Ich reise, nur mit meinen Augen,
in Sternvergangenheit,
will alle Lichter in mich saugen,
zur Nacht, der Sterne Zeit.

***

Sonne, Mond und Sterne - Eine Gedichtsammlung

Die Milchstraße

Die Lampe ist nun ausgelöscht, die Nacht ist still und klar,
es kommen die Gedanken aus der Zeit, die einmal war,
und milde Sagen fliegen rund wie Streifen durch das Land,
und wunderbar und wehmütig und warm das Herz ist dann.

Die klaren Sterne zeigen sich im Winterabendglanz,
mit selig Lächeln, so als gäb's kein' Tod im Erdenkranz.
Verstehst du ihren stummen Ton? Ich kenn die Sage noch,
es lehrten mich die Sterne sie, du willst sie hören doch?

Er wohnt' auf einem hellen Stern des Abendhimmels Pracht;
sie wohnt' auf einem andern Stern, in einem andern Trakt.
Und Salami ihr Name war, und Sulamith hieß er,
die beiden war'n ein Liebespaar und liebten sich so sehr.

Auf Erden wohnten sie zuvor und liebten sich schon da,
doch trennt' man sie durch Nacht und Tod, durch Sorg' und Sünd' sogar.
Schnell wuchsen ihnen Flügel aus, ganz weiß, im stillen Tod;
je einen Stern man ihnen gab, Getrenntsein war Gebot.

Doch schickten sie von Stern zu Stern Gedanken sich oft zu.
Dazwischen lag ein Raum aus Glanz von heller Sonnenglut;
nicht zählbar alle Welten aus des Schöpfers weiser Hand,
die zwischen beiden Liebenden sich zündeten in Brand.

In einer Nacht hat Sulamith, von Sehnsuchtsschmerz gequält
begonnen einen Brückenbau aus Licht von Welt zu Welt;
und da hat Salami, wie er, vom Rande ihres Sterns
begonnen einen eig'nen Bau, auch sie von Stern zu Stern.

Eintausend Jahre bauten sie an ihrem Sternensteg,
und so entstand die Milchstraße, ein strahlend Sternenweg,
der in sich schließt des Himmels Zelt, des Zodiakus Bahn,
zusammenbindend Strand an Strand des Raumes Ozean.

Entsetzen traf die Cherubim, zu Gott sie riefen laut:
"Oh, Herrgott, sieh, was Salami und Sulamith gebaut!"
Doch Gott nur lächelte und klar bloß diese Antwort gab:
"Was Lieb' in meiner Welt gebaut, das reiße ich nicht ab."

Und Salami und Sulamith, der Weg nun fertig war,
sie drückten und umarmten sich - und gleich ein Stern so klar,
der hellste in des Himmels Dom, in ihrer Spur entstand,
der nun nach tausend Jahren Leid sie fest zusammenband.

Wenn das, was auf der dunklen Erd' sich liebte zart und sacht
und ward getrennt von Sünd' und Sorg' und Qual und Tod und Nacht,
bringt auf die Kraft, zu bauen sich von Welt zu Welt den Weg,
dann wird die Liebe finden sich, die Sehnsucht ihren Steg.

Übersetzung des Gedichts "Vintergatan" des schwedisch/finnischen Dichters Zacharias Topelius.

"Der hellste Stern in des Himmels Dom" ist Sirius.

Unmachbares Tun

"Wir greifen nach den Sternen..."

Wir werden dies nie tun!
Wir träumen von den Fernen
und sollten dies auch tun,
denn Sehnsucht nach den Fernen
liegt in des Menschen Blut,
doch greift er nach den Sternen,
frisst ihn der Sterne Glut.
Man wird sie nie erreichen,
dies Tun ist ganz unmachbar.
Den Traum können wir streichen,
das ist ganz offenbar.

Sonne und Mond

Am Abend kann man es erleben,
dass Wolken, wie durch fremde Macht,
ihr ganzes Dasein von sich geben,
machen Platz der Mondscheinnacht.

Die Sonne neigt sich Richtung Westen,
der Vollmond steigt im Osten auf.
Im Frühherbst zeigt er sich am besten,
wechselnd ist sein Erdumlauf.

Die Sonne bringt ihr Licht auf Reise
direkt zum Mond, als wenn sie wüsst:
Er schickt's zurück auf solche Weise,
dass er sie und sie sich küsst.

Glanz am Rand der Hauptspur
Es ranken sich Legenden
um ihn, den hellsten Stern.
Die Namen, die ihn schmücken,
hat er von nah und fern.

Wir S i r i u s ihn nennen,
den nahen Doppelstern.
In ihm man kann erkennen
den Lichtglanz seines Herrn.

Er lässt sich gern bewundern,
wenn er denn sichtbar ist.
Gefühllose sich wundern:
"Ich echt was bessres wüsst!"

Und denken: "Welch ein Aufruhr -
ein Lichtball in der Nacht?!
Macht lieber eine Tagtour,
die Sonne heller lacht!"

Ich mag die stille Nachttour,
weil er mich freudig macht:
der Glanz am Rand der Hauptspur,
des Sirius lichte Pracht.

Hauptspur = Milchstraße

Sugarloaf Mountain

Dies war nicht im Outback,
in dem ich mal war,
doch war's weit vom Meer weg,
wo Wege sind rar,
wo hörbare Stille
sanft schmeichelt das Ohr,
australische Grillen
nachts singen im Chor.

Wo Gräser schnell grün sind,
wenn Regen mal fällt,
ein halbwildes Jungrind
sich zu dir gesellt,
wo Zuckerhutberge
im Hochflachland stehn
und andere Zwerge,
die nie du gesehn.

Wo Menschen du findest
nur wenn du sie suchst,
wo Spinnen zumindest
im Geist du verfluchst,
wo draußen, im Dunkeln,
du siehst Helles nicht,
nur himmlisches Funkeln:
Das ewige Licht.

Nordische Sommernacht

Nächte habe ich durchwacht
um das Licht der Nacht zu sehn.
Es verändert leise, sacht,
Himmel, Wälder, Wiesen, Seen.
Mystisch ist die Sommernacht.

Ausgelöscht die Lichterpracht
der Planeten und der Sterne
von dem Schein zur Mitternacht,
leuchtend aus der Ferne.
Sternlos ist die Sommernacht.

Lange währt der Sonne Macht,
Vögel kommen spät zur Ruh.
Leichter Nebel, leis entfacht,
deckt die feuchte Wiese zu -
in der hellen Sommernacht.

Regenbogen

Des Regenbogen Form und Farben
sind physikalisch gut erklärt.
Um diese sachgebundnen Garben
sich der Romantiker nicht schert.

Er mag nicht diese Art Erklärung,
durch die er dies und das erfährt.
Sie ist für ihn wie falsche Währung:
Es gibt sie aber ist nichts wert.

Wenn es erscheint, dieses Spektakel,
ist es Freude, die ihn erregt.
Für dieses freundliche Mirakel
er große Sympathien hegt.

Ein Bogen, der mit Farben spielt,
ein bunter Kreis am Himmelszelt.
Er ganz entzückt nach oben schielt,
wenn Sonnenschein auf Regen fällt.

Den Himmel beschreiben

Wer kann es, den Himmel beschreiben,
sein unstetes Spiel mit den Farben,
den tiefblauen, dachlosen Dom?

Die Wolken, die pausenlos treiben,
der Sonne beschauliches Fliehen,
die Stille des Dunkels bei Nacht,
die leuchtenden Sterne, die wandern,
nicht einer begegnet die andern,
gemeinsam sie ziehn auf der Bahn.
Der Himmel, dies magisch Gebilde,
ein Zauber für Auge und Sinne,
ein Trugschluss, ein Etwas, ein ... was?

Ich kann nicht den Himmel beschreiben,
sein mystisches, göttliches Wesen.
Und dennoch hab oft ich's versucht.

Helle Sommernächte

Wenn die Nacht im Norden fällt,
sich zu ihr das Licht gesellt,
das durch die Luft gestreute Strahlen
der Sonne - nah am Horizont -
den Himmel zaubergleich erhellt.

Total verliebt

Als Jüngling hat er gern geschaut
zum Himmel, in der Nacht.
Ihn lockte - statt der Sterne Pracht -
die Dunkelheit dazwischen.

Das "Sternenmeer" ist Illusion,
die Lichter sind doch nichts -
verglichen mit dem leeren Nichts
der Dunkelheit dazwischen.

Als Mann nun mag er, was er sieht
am Himmel, in der Nacht.
Er ist in diese stille Pracht
total verliebt inzwischen.

Ein Tag kommt, ein andrer geht

Der Lauf der Sonne niemals endet,
sie reist und kreist, dabei nicht wendet.
Und nimmer ruhen ihre Strahlen,
die ständig irgendwie und anders
den neugebor'nen Morgenhimmel
im Osten sanft mit Glanz bemalen,
um es auf ihre Art zu sagen:
"Und wieder ist ein Tag gewonnen."

Im Schatten eines Wolkenbusches
die Sonne schickt mit bunten Farben
- samt ihren allerletzten Strahlen
und deren Licht, dem schwachen, fahlen -
ein Feuerwerk zum Abendhimmel,
um es auf ihre Art zu sagen:
"Und wieder ist ein Tag verronnen."

Warum

Ein welkes Blatt vom Baume fällt
durch eine unsichtbare Kraft.
Ein Stern in sich zusammenfällt
in einer fremden, fernen Welt.
Dies neuen Stoff für Neues schafft.

Wir Menschen ahnen eine Macht,
verstehen nicht das Drumherum.
Sie mit uns weint und mit uns lacht,
sie uns zerstört, uns glücklich macht.
Doch sie verrät uns nicht warum.

Wintersonnenwende

Wintersonnenwende,
ein Kommen und ein Gehn.

Du bist ein Teil der Reise,
die irgendwie und -wann
aus Gründen einst begann,
die keiner nennen kann.
Der Sonne Lauf nie endet,
geht immerzu im Kreise
und niemals hält er an.
Du triffst die Sommerwende
ihr Kommen wird dein Gehn,
ein wechselndes Gespann.

Vielleicht im Irgendwann
- ein Mensch wird dies nie sehn -
ihr fest zusammenfindet.
Wenn ihr euch nie mehr wendet
ist jeder Kreis beendet -
trifft Anfang auf das Ende.

Wintersonnenwende,
ich will noch oft dich sehn.

Aus einem ewig hellen Traum

Am Abendhimmel sich erfreuen,
am Sternenglanz von tausend Lichtern
aus einem ewig dunklen Raum,
kann jeder, der sich freuen mag.

Und wenn ein Lichtstrahl trifft die Seele,
von dem, der froh nach oben blinzelt,
fühlt der: Es kommt der Sterne Glanz
aus einem ewig hellen Traum.

Des Lebens Welt

Weißt du, wie viel Sterne ziehen
durch die Leere ihrer Welt?
Weißt du, wie viel Vögel fliehen
durch das Blau des Himmels Zelt?

Weißt du, wie viel Engel lächeln,
wenn ein Kind den Tag erhellt?
Weißt du, wie viel Herzen brechen
jeden Tag in unsrer Welt?

Glaub mir, dass die Wolken weinen,
- auch wenn kein Tropfen niederfällt -
dass kein Stern mehr möchte scheinen,
wenn sie stirbt, des Lebens Welt.

Einmal wird die Sonne rot sein,
mit der Erde untergehn.
Einmal wird das Leben tot sein -
und ein neues wird entstehn.

Sage aus einer vergangenen Welt

Das Leben kam vor vielen Jahren,
Milliarden sicher, welche Zahl!
Viel Schlimmes ist ihm widerfahren,
doch meistens gut die Zeiten waren.
Es half der Sonne warme Strahl.

Nach Algen, Pflanzen kamen Tiere,
der Mensch war nicht so lange hier.
Er lernte denken, sprechen, spüren,
sich wie als Herr der Welt zu fühlen...
Im Grunde war er selbst ein Tier.

Er wollte immer höher, weiter,
- der Horizont war ihm zu nah -
und weil er Mensch war, ein Gescheiter,
erfand er eine Himmelsleiter,
von der er auf die Erde sah.

Ein Raumschiff er noch weiter schickte,
warum, das war ihm selbst nicht klar.
Die Sonne sah's und zornig blickte,
rief: "Kluge seid ihr, doch verrückte -
der Menschheit Ende, es ist nah!"

Die Crew aus allen Hälsen lachte,
als sie zurück zur Erde glitt:
"Die Sonn' uns nach dem Leben trachte
und uns damit zum Lachen brachte!"
Und alle Menschen lachten mit.

Die Sonne hielt doch ihr Versprechen,
kein warmer Strahl traf mehr die Welt,
verdorren mussten grüne Flächen,
kein Wasser floss mehr in den Bächen...
Der Mensch stand stumm, entsetzt, gestellt.

Der Tau erstarrte in der Blüte,
des Tages Licht an Glanz verlor,
kein Wesen sich am Boden mühte,
der Sonne letzte Strahl verglühte...
Er sang nie mehr, des Lebens Chor.

Schauspiel bei Nacht

Wenn der Vollmond den Himmel beleuchtet,
alle Sterne um ihn sich verstecken,
nur der Mond sich im Seespiegel spiegelt,
man verwundert versucht zu begreifen
das Geheimnis dieses Schauspiels bei Nacht.

Der Sterne Zeit

Sternbeobachtung auf altnordische Weise

Ich gehe gern auf Sternenreise,
den Weg zeigt mir ihr Licht.
Ich tu's auf recht bequeme Weise:
Mein Sehsinn reist, ich nicht.

Allein in meiner warmen Tonne
im Schein der Sternenwelt,
spür ich des Nordens Winterwonne,
die keinen Anspruch stellt.

Ich sitz im Wasser, schau nach oben,
kein menschlich Licht mich stört.
Und jeder Stern am Himmel droben
nur mir allein gehört.

Ich reise, nur mit meinen Augen,
in Sternvergangenheit,
will alle Lichter in mich saugen,
zur Nacht, der Sterne Zeit.

Abendhimmel

Am Abend der Himmel sich wandelt,
den Tag er vermischt mit der Nacht.
Warum denn genauso er handelt,
das hat man sich oftmals gefragt.

Am Abend verschwinden die Wolken,
so wie es die Winde auch tun.
Man würde zu gerne erfahren,
wo über die Nacht sie bloß ruhn.

Der Abend versprüht seine Farben
im Westen jetzt, auf´s Firmament.
Die Strahlen der Sonne doch starben,
gerade, vor einem Moment.

Der Himmel wird dunkel, die Sterne
erhellen die Schwärze der Nacht.
Man wüsste so unbändig gerne,
wer all diese Wunder erdacht.

Der Himmel doch hüllt sich in Schweigen,
es sei ihm von Herzen gedankt,
denn Fragen nur können uns zeigen
den Zauber, der ihn dicht umrankt.

***
Weitere Gedichte folgen

© Willi Grigor, 2021

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Kommentare

13. Aug 2021

Welt-Raumpflegerin Frau Krause
Las mit - Bier-statt-Kaffee-Pause ...

LG Axel

13. Aug 2021

Verständlich, dass Frau Krause säuft,
grad jetzt, da vieles anders läuft.

LG
Willi

15. Aug 2021

'nen Grund zum Saufen hat die IMMER -
Dafür putzt sie hier nie die Zimmer ...

LG Axel

28. Aug 2021

SEHR lesenswert!!! BITTE, schreib mir, wie Du das handhabst mit dem "dennoch" Einstellen, lieber Willi!

(feldmarie_1932@aol.com)

herzliche Grüße - Marie

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