Bald Weihnachten ist

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Bibliothek, Mitglied

Die Lichter froh streuen
mit Anmut und List
dem Kunden, dem treuen,
sanft Glanz ins Gesicht.

Die Weihnachtszeit schuftet,
sie kennt ihre Frist.
Der Weihnachtsmarkt duftet -
er ist Optimist.

Die Rubel jetzt rollen,
nun Hochkaufzeit ist.
Zu viele sie wollen -
ich bin Pessimist.

Das Fest wird sich steigern
vom dummschwarzen Freitag
zur grauschwarzen Woche,
zum nachtschwarzen Monat
zum kohlschwarzen Jahr,
zum rotschwarzen Ende
im glutheißen Licht.

© Willi Grigor, 2018
Jahreszeiten

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Kommentare

27. Nov 2018

Ein gutes, wichtiges Gedicht, dessen Aussagen ich ganz und gar zustimme, lieber Willi, es ist so viel verloren gegangen an Weihnachtsstimmung im ursprünglichen Sinn, die frohe Botschaft ging verloren - und wurde durch Kommerz ersetzt, Hauptsache, der Rubel rollt, es wird immer krasser, wie bedauerlich …

liebe Grüße zu Dir - Marie

27. Nov 2018

Danke für Deinen Kommentar, Marie.
Meine Lebenserfahrung hat mich zu einem Pessimisten gemacht.
Das hindert mich jedoch nicht, mich darüber zu freuen, dass es viele Optimisten gibt.
Nur Pessimist/Optimist zu sein reicht aber nicht. Man muss bereit sein, sein Scherflein beizutragen.

LG
Willi

27. Nov 2018

Wenn die stille Zeit vorbei ist, dann wird es auch wieder ruhiger. Karl Valentin.

LG Axel

27. Nov 2018

Karl Valentin,
dieses Münchner Supertalent. Er war nicht nur ein begnadeter Humorist, sonder auch klug,

LG
Willi

27. Nov 2018

Besinnlichkeit bleibt auf der Strecke wieder mal.
Vorgestern las ich alte Weihnachtsmärchen, Willi.
Schön warn die, von Maupassant, genial.
Ganz tolles Gedicht, Willi, hab ich genossen,.
besonders die letzte Strophe.

LG Annelie

27. Nov 2018

Eigentlich hatte ich geplant, erhofft, ein "schönes" Weihnachtsgedicht zu schreiben.
Aber irgendwie hat sich der Text verselbstständigt, was bei anderen Themen auch schon passierte.
Annelie, Deine Schaffenskraft imponiert mir. Du schreibst viel (und gut), nicht zu vergessen die vielen Kommentare. Außerdem bist Du eine fleißige Buch-Leserin. Das geht mir ab, ist meine Schwäche. Wenn meine Frau mich dazu ermuntern will, sage ich: Ich lese den Spiegel. Vorigen Monat jedoch las ich ein Buch: "Tistrya - Portrait des hellsten Sterns" (Sirius), sogar zweimal. Der Himmel interessiert mich.
Naja, vielleicht werde ich mal ein "richtiger" Leser, wenn ich älter bin :-)

Viele Grüße und danke für Deine Zeilen.
Willi

27. Nov 2018

Gewiss, lieber Willi, das Lesen kommt mit dem Alter ... Du bist ja noch ein junges Küken.. Das passiert mir auch oft, dass der Text in eine andere Richtung als die geplante will. Ich gebe dann auch immer nach ... und meist kommt etwas ganz Gutes dabei raus. Dieses Weihnachtsgedicht spiegelt die Realität. Und das ist gut so.

Liebe Grüße zu euch nach Schweden,
Annelie