Spa und Wellness gut – 21. Pragmatischer Existenzialismus

Bild von Alf Glocker
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So, nun ist endlich eine der wichtigsten Fragen zu klären: Wie bedeutend ist der Glaube? Dazu kann man Folgendes feststellen: Wer ihn hat, lebt leichter! Wer ehrlich glaubt, hat aber zwischendurch Probleme, wenn er meint, daß andere ebenso glauben müssten wie die echten Gläubigen. Dann ärgert er sich (wer?) der Gläubige darüber, daß seine Auffassung von Moral nicht grundsätzlich überall Anwendung findet. Das wirkt sich nicht sehr förderlich auf die Gesundheit aus … auf die körperliche nicht und auf die geistige schon gar nicht!

Zwar kann man, wenn man nur wirklich glaubt, mit glänzenden Augen eine schöne Predigt verfolgen, man kann auch sein Idol anhimmeln, aber man braucht in diesem Fall den Schutz und die Geborgenheit einer Glaubensgemeinschaft, damit man bereits auf Erden selig werden kann. Nicht ganz so empfindlich sind da die Pragmatiker – sie teilen ein! Bis hier geht der Glaube und alles was drum herum ist, gehört in den Geschäftsbereich … Das bringt erhebliche Vorteile. 1. Kann man sich auf das Vorhandensein vieler „Menschen“ verlassen …

die mir zuhören werden, wenn ich über Notwendigkeiten spreche, die aus dem Glauben hervorgehen. Das betrifft 2. diverse Dienste, die Gläubige zu leisten haben. Dadurch kann ich 3. abschätzen, wo meine Gewinne liegen könnten. Stelle ich dann etwas her, was ein Gläubiger braucht? Benötige ich eine tüchtige Frau, die sich meinen Wünschen öffnet, wenn ich ihr kundtue, woran ich glaube, oder zu glauben scheine? Oder verlange ich, aus gewissen Gründen, die Gefolgschaft anderer Gläubiger, wenn ich etwas vorhabe?

Die Möglichkeiten sind schier unerschöpflich, denn der Glaube ist in „Wahrheit“ das Land der unbegrenzten Möglichkeiten! Man muss halt nur verstehen, wie man ihn zu anzuwenden hat. In diesem Fall nützt uns die „Bildung“ ungemein. Mit ihr im Gepäck kann ich beweisen, wie intensiv ich mich mit meinem Glauben beschäftigt habe! Kann ich ein heiliges Buch auswendig aufsagen? Ha, ich muss es ja nur aufsagen können, nicht interpretieren. Sämtliche Interpretationen wurden bereits gemacht – von den Propheten!

Ich wiederhole nur, was die Propheten gesagt haben und warte die Wirkung ab!
Sobald ich gesehen habe wie sich die Leute verhalten, werde ich aktiv und teile ein! Wer ist für mich verwendbar? Wohin kann ich wen delegieren, damit er mir, durch seinen Glauben, Nutzen einbringt. Ab wann geht es mir gut und wodurch könnte ich eventuell ins Grübeln kommen? Es ist sehr zu empfehlen, daß ich stets praktisch denkend bleibe und mein Gehirn nur zu 20 % (wie vorgeschrieben) ausnütze, damit ich nicht auf die schiefe Bahn gerate.

Ich bin erwachsen, klug, nein weise, ich sage nur nicht, was man denkt! Ich gebe mich in aller Umsicht leise – so sind Erfolg und Wohlstand mir geschenkt. Ob das in einem Buch nun steht, ist mir von Herzen ganz egal. Ich glaube, wer sich selber lenkt, der ist bei Gott und nicht im Jammertal. Doch muss er sich vorsehn, daß der Glaube auch angewandt ist, wie sich’s ziemt. Wohl geschieht dem, der sich gläubig mimt! Dasss müssen andere dann nur noch glauben … dann ist die Zeit um abzustauben!

Denn recht hat der, der einen Menschen spielt, der voll in vorgeschriebnen Bahnen sich bewegt. Da reicht bereits ein ganz dezentes Ahnen. Zu wissen, wie sich alles im Rahmen einer ungeschminkten Wahrheit verhält, und sich dann eben doch nicht danach verhalten, sondern sich und seine Ansichten dahingehend zu verwalten, daß nichts aus den erwünschten Fugen gerät – dasss ist die wirkliche Reife besonnener Männer und Frauen, die nur eines im Sinn haben sollten: Den Vorteil für sich und die eigene Brut.

Von der eigenen Brut aber darf dann auch erwartet werden, daß sie, ohne ausführliche Belehrungen, begreift! Wenn die Eltern schweigen, weil sie über ein Thema zwar Bescheid wissen, sich aber nicht dazu äußern wollen, weil jede deutliche Stellungnahme entweder gefährlich ist oder den persönlichen Erfolg gefährdet, dann muss der Nachwuchs in der Lage sein, die Situation zumindest zunächst unbewusst richtig zu beurteilen, um später dann aus strategischen Gründen ebenfalls zu schweigen.

Das ganze Gehirn benötigt man dazu natürlich nicht. Das sollte man auch besser nicht komplett zu Rate ziehen! Eine solche Vorgehensweise kann jeder, in weiser Voraussicht, naiven Philosophen überlassen, die es vorziehen, idealistisch mit ihrem Leben zu spielen, weil sie ganz einfach glauben die freie Meinungsäußerung müsse ein Menschenrecht sein, für das es sich zu sterben lohnt. Der Geschäftsmann weiß es besser: JEDE Möglichkeit, Macht (Geld) zu erlangen, ist höher zu bewerten als der erlernte Kinderglaube!

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Kommentare

19. Nov 2020

Wer nicht dran glaubt, der muss dran glauben -
Dann killt und grillt man Friedens-Tauben ...

LG Axel

20. Nov 2020

...nicht zu vergessen die gewaltigen Unterschiede zwischen
GLÄUBIGEN und GLÄUBIGERN...

In diesem Sinne ;-)

LG Uschi