Vom Lob und Tadel

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Mitglied

Ganz gleich wie viel Mühe man sich gibt;
des Lobes Gesang erhält man zumeist
nicht für des Mühes Wohl.

Sei es denn dein Wohl der Lob?

Doch der Tadel ist leicht verdient und das Seil des Tadels bildet
eine Schlinge um den eigenen Hals! Aller Verdienstes Ruhm ist
des Ruhmes nicht wert.

So, wenn er sei abhängig von dem Lob anderer. So ist die Folge
des Tadels der Tadel des eigenen Seins und jeglicher Ruhm ist nichts
mehr wert.

Doch wer sich selbst kennt und weiß sich zu schätzen;
derjenige wird sein für sich selbst Lob und Tadel zugleich und
ist nicht abhängig von jemandem. Er braucht keinen Ruhm.

Denn er weiß, was er ist im eigenen rühmenden Sinne.

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Kommentare

13. Jan 2021

Eine sehr originelle und mutmachende
Anleitung zur Akzeptanz der eigenen
Größe und Anerkennung der eigenen
Schwächen. Hat mir sehr gefallen. Ich
grüße herzlich, mit großer Bewunderung:

Gherkin

13. Jan 2021

Schalom V.V.

Nicht abhängig von Jemandem? Braucht keinen Ruhm?
Ich setze dagegen, dass 94 % aller Autoren schwere
Narzissten sind, die für ein wenig Ruhm/Anerkennung
und Wirbel um die eigene Person gern ihren Großvater
verraten würden. Nicht die Oma... Nur den Großvater...

Nehmen wir Dich. Sollten für diese nette kleine Arbeit
plötzlich weit über 1000 Leser zu Buche stehen, dann
heimst Du diesen lokalen kleinen "Ruhm-Schub" doch
sicherlich recht gerne ein, oder? Wie schnell man stets
bereit ist, eigens aufgestellte Theorien achtlos über Bord
zu werfen, erfährt man durch unverhofftes Lob oder durch
vernichtende Kritik am Werk. Wenn Dich alle loben, wirst
Du Dich gern darin sonnen, wenn dich alle kritisieren, so
wirst du greinend am Schreibtisch sitzen und den Stift
zerbrechen, der Dein Werk verfasst hat. Unabhängig??

Glaube nicht, dass Du völlig frei von Abhängigkeiten bist.
Erfahrene Autoren könnten Dich mit 4 Sätzen vernichten.
Genauso gut könnten sie Dich in 4 Sätzen in den Olymp
der Autoren heben. Und BEIDES hat nichts mit Realität
zu tun. Verzeih den langen Exkurs zum Thema. Aber ich
habe tatsächlich viel darüber nachgedacht.

Bei Dir sehe ich Talent und auch "Ellbogenspiel": "Lasst
mich durch, ich bin ganz gut in meinem Job, lasst mich
also durch! Auf Eure Meinung jedoch sei gepfiffen, denn
ich weiß, dass ich wirklich gut bin. Lasst mich durch..."

Wenn ich auch Deine Sicht auf die Dinge nicht verändern
konnte, so hoffe ich doch, dass Du nun auch die andere
Seite kurz betrachtet hast, Du Ausnahme-Pflänzchen im
Universum der Egomanen und Narzissten!

LG von Garfield

13. Jan 2021

Hallo lieber Garfield,

ich finde es schön, wie sehr du dich damit auseinandersetzt und dennoch möchte ich dazu anmerken, dass du wahrscheinlich nicht die Absicht erkannt hast. Dies empfinde ich nicht weiter schlimm. Einen kleinen Hinweis möchte ich dir noch geben, der sehr gut zu diesem Thema passt und dir vielleicht auch veranschaulicht, dass hier, wie unser lieber Kollege erkannt hat, lediglich eine situative Betrachtung möglich ist, denn ich habe nicht das Wort "ich" benutzt. Betrachte es doch mal aus philosophischer Sicht.

Dennoch ist jegliche Kritik und Anmerkung sinnvoll und schön, da es einem auch die Wirkung auf verschiedene Persönlichkeiten darstellt.

VG

VV