Wie gut, dass ich bin

Bild von maruschka
Mitglied

Warum ist dieser Tag nur so grau, so dunkel,
selbst die war Nacht verhangen, kein Sternengefunkel.
Mit dem falschem Fuß aus dem Bett gestiegen.
Kann den Groll gegen dich nur schwer besiegen.

Ich frage mich nach dem Sinn meines Lebens
und grüble, sinniere – mal wieder vergebens.
Schon gestern ging es mir ziemlich schlecht,
was immer du sagtest, es war mir nicht recht.

Hatte mir wieder zu viel vorgenommen,
bin wie so oft dann in’s Trödeln gekommen
und habe erneut unser Treffen versäumt,
hör den Vater flüstern - du bist zu verträumt,

nichts machst du richtig und ganz von alleine,
dir ist nicht zu helfen, stellst nichts auf die Beine,
wie soll denn aus dir nur auf dieser Erden
ein nützliches Glied der Gesellschaft werden …

Ein inneres Stimmchen sagt, hör mir gut zu,
wenn du tust, was ich rate, dann findest du Ruh,
dein Vater, er lebt so lang schon nicht mehr,
vergiss seine Worte, versenk sie im Meer,

so und nicht anders kann ich’s dir sagen –
füll doch dein Leben nicht klagend mit Tagen,
füll lieber die Tage mit prallem Leben,
nach Liebe, nach Zärtlichkeit solltest du streben;

ich mische mich lächelnd ins Menschengewühle,
genieß das Erwidern meiner Gefühle -
und begreife mit Dank des Daseins Sinn -
leb’ im Augenblick! Ach wie gut, dass ich bin.

Kommentare

23. Mai 2020

Konzentrier' mich auf das LICHT -
anders geht es heute NICHT.

LG zurück zu Dir - Marie

23. Mai 2020

Solche trüben Tage kenne ich, Marie. Heute ist so einer, die einengenden Coronaregeln, die ich überzeugt einhalte, gehen mir zunehmend auf den Geist. Und dann fallen einem auch noch alte Verletzungen ein und schmerzen. Nachahmenswert, wenn man sich wie Du wenigstens beim Dichten mit guten Worten aus der depressiven Stimmung befreien und den Augenblick genießen kann.

HG
D.R.

23. Mai 2020

Wem gehen die Regeln nicht auf den Geist, lieber Detmar, aber je strikter wir sie einhalten, desto ungeschorener kommen wir aus der Krise, die wann? - ein Ende haben wird, darauf muss man hoffen. Wer es fertig bringt, sich immer wieder auf's neue von einem glücklichen Moment fesseln zu lassen, der lässt sich nicht unterkriegen.

Sei lieb gegrüßt - Marie

23. Mai 2020

Wer das erkennt, der hat's geschafft,
Der hat die Tiefe, die man braucht,
Um klar zu sehn, zu sehn das Leben!
Ich bin! Sonst nichts! Welch wahrer Segen!

Herzliche Grüße
Ella

23. Mai 2020

Liebe Ella; leider schliddere ich immer wieder in die Stimmung der Pessimistin, das ist ein Teil von mir, aber ich bin dennoch eine chronisch Hoffende und danke für Deine lieben guten Worte.

Herzliche Grüße - Marie

23. Mai 2020

Liebe Marie,
wer ist diejenige, welche die Stimmung der Pessimistin wahrnimmt?
Bist Du die Pessimistin, oder bist Du jene, die wahrnimmt, dass sie pessimistische Gedanken hat?
Genau in diesem kleinen, unscheinbaren Detail liegt des Rätsels Lösung.

Alles Liebe
Ella

23. Mai 2020

Liebe Marie,

auch ich habe den Hang zum Zweckpessimismus nach dem Motto das Schlimmste annehmen, dann kann es doch nur besser kommen.... Trotzdem, gerade in Zeiten wie diesen bemühe ich mich positiv in die Zukunft zu blicken, vielleicht, ,nein sicher sogar auch nunmehr bewusster!!!

Herzlich liebe Grüße
Uschi

27. Mai 2020

Danke für Deine Worte, liebe Uschi; mir geht's wie Dir - ich bemühe mich um einen positiven Blick in die Zukunft, deshalb gab ich dem Geicht ja auch bewusst einen hoffnungsvollen Schluss.

Sei herzlich zurück gegrüßt!
Marie

30. Mai 2020

Dass du Du bist ist gut! So sind wir doch alle dankbar für deine Existenz.
Dein Text ging unter die Haut.

Herzliche Grüße
Katharina