Das Leben der allermeisten Menschen

von Arthur Schopenhauer
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Es ist wirklich unglaublich, wie nichtssagend und bedeutungsleer, von außen gesehen, und wie dumpf und besinnungslos, von innen empfunden, das Leben der allermeisten Menschen dahinfließt. Es ist ein mattes Sehnen und Quälen, ein träumerisches Taumeln durch die vier Lebenalter hindurch zum Tode, unter Begleitung einer Reihe trivialer Gedanken.

Veröffentlicht / Quelle: 
Schopenhauer, Parerga und Paralipomena (2 Bände), 1851. Zweiter Band. Kapitel 31. Gleichnisse, Parabeln und Fabeln

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Kommentare

30. Okt 2017

Schade, wirklich schade, dass "Meister" Schopenhauer uns nicht eine Lösung für diese "Unglaublichkeit" anbietet. Ob er sein eigenes Leben auch so empfunden hat? Obwohl er doch ständig einen Pudel an seiner Seite hatte? Ob auch er triviale Gedanken hatte (s.bitte oben)? - Ach, ich weiß es ja nicht; ich weiß nur, dass der hervorragende Schriftsteller und Dichter Thomas Bernhard, der unter anderem die wunderbaren Gedichte von Christine Lavant herausgegeben hat, sich bei der Lektüre von Schopenhauer köstlich amüsiert hat, was ich von mir leider nicht behaupten kann.

LG (auch an all jene, deren Leben dumpf und besinnungslos(?!) ist),
Annelie

Peter Eisheuer
19. Jun 2018

Schopenhauer hat das treffend beschrieben . Wer als selbstständig denkender , kreativer Mensch mit offenen Ohren und Augen durch die Welt geht , wird das bestätigen .

19. Jun 2018

Hallo, Peter, ich denke sehr selbständig und bin meiner Meinung nach auch kreativ, weil ich mehrere Stunden am Tag mit Schreiben und Malen verbringe. Wer eine Änderung in der Gesellschaft herbeiführen will, sollte seine Mitmenschen nicht derart negativ charakterisieren, um sein eigenes Leben wertvoller zu nennen. Anders kann man diese Aussage nicht deuten. Und wer jeden Tag mit seinem Pudel stundenlang in einem Wirtshaus herumsitzt, um Menschen zu beobachten (wie Schopenhauer einst in Frankfurt), führt ein mindestens ebenso stupides Leben und vergisst dabei alle anderen, die nicht die Zeit hatten, kreativ zu sein oder im Wirtshaus herumzusitzen, weil sie für ihren Lebensunterhalt arbeiten mussten, was in der damaligen Zeit noch erheblich aufreibender und kräfteverzehrender war.

LG Annelie

Peter Eisheuer
23. Jun 2018

Liebe Annelie , ich höre sehr wohl den etwas „grolligen“ Unterton heraus ,Schopenhauer hatte , wie Goethe und viele andere den Vorzug , finazlell unabhängig zu sein ,doch dieser Umstand allein macht noch keinen großen Dichter und Denker , Maler , Komponist oder Musiker . Das Gros der Menschen würde sich die Toiletten vergolden lassen statt die durch zB Reichtum gewonnene Zeit für den Einsatz für eine Sache zu nutzen . Das kann auch ein Projekt sein ( Mutter Theresa) Wer viel Zeit mit den sogenannten „einfachen Menschen“ verbringt , ( ich spreche aus Erfahrung) wird dies bestätigen Das Denken hört mit der Befriedigung der Grundbedürfnisse auf. LG Peter

23. Jun 2018

Ich weiß genau, was Du meinst, lieber Peter, aber ich wehre mich dagegen, so zu denken. Ich kenne diese Leute, die sich die Toiletten vergolden lassen würden, leider nur zu gut. Ich persönlich würde ja auch das meiste Geld in Projekte investieren, die die Welt menschlicher machten, als mit Reichtum zu protzen (was ja ziemlich banal ist), sollte ich denn irgendwann mal wieder viel Geld verdienen. Ich wehre mich auch dagegen, obige Aussage als richtungsweisend für Schopenhauer anzusehen, der ja bedeutend bessere Sätze geschrieben hat, z.B. ,Wenn, was uns den Tod so schrecklich erscheinen lässt, der Gedanke des Nichtseins wäre, so müssten wir mit gleichem Schauder der Zeit gedenken, da wir noch nicht waren ...'
Das Denken, lieber Peter, hört bei den meisten Menschen leider auch dann auf, wenn mehr als die Grundbedürfnisse befriedigt werden können, dann möglicherweise erst recht, und das ist nicht allein ein Dilemma UNSERER Zeit. Man sollte aber nicht daran verzweifeln.

LG Annelie