Prinzessin

von Soléa P.
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Wieder geht sie alleine heim
streift den grauen Mantel ab
möcht nur in ihrer Welt versinken
selbstbestimmt und ganz allein
lebt sie in ihrer Zweiraumwohnung
die bieder und so düster ist …
kein Mensch da, der sie liebt, oder vermisst.

Seelenpein frisst am Herz – und
den letzten Rest Verstand
wenn sie in den Spiegel schaut
fängt alles wieder von vorne an –
der Film im Kopf, schon Jahre alt
Szenen wiederholen sich zum x-ten mal
spürt des Vaters verschwitzte Hand –
die sich zwischen ihren Beinen befand …

Bleib nur ruhig, meine kleine Prinzessin
liege still – beweg dich nicht …
danach ging er, wie immer befriedigt
und löschte nebenher das Licht.

Bis heute fühlt sie sich schmutzig und einsam
ihre Seele für immer zerstört
kein Wort darüber kam über die Lippen –
wer hätte einem Kind auch zugehört …?

Sie ekelt sich, wenn sie sich sieht
kein Wasser wusch sie rein
wenn sie sich abends niederlegt –
bedrängt sie wieder jene Pein …

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Kommentare

01. Mai 2018

Ein schweres Sujet!
Auch der Text tut weh:
Er spricht den Leser an -
Der dies er-leben kann ...

LG Axel

01. Mai 2018

Zu viel wird vertuscht und unter den Teppich gekehrt –
Und ein Kind kann sich halt nur ganz schlecht wehren …

Liebe Grüße
Soléa

01. Mai 2018

Sicher, Soléa, ein schwerwiegendes Thema. Ich habe geglaubt, dass es zwischenzeitlich eine bessere Betreuung solcher Mädchen, psychologisch gesehen, gibt - und es gibt m.E. nicht den geringsten Grund, mit einer solchen Vergangenheit nicht besser fertig zu werden. Etwa ähnlich wie die Tochter Klaus Kinskis, Pola Kinski. Es m u s s furchtbar sein für ein Kind, daran besteht nicht der geringste Zweifel, aber entschuldige, es missfällt mir, dass du dieses Thema ein wenig schmalzig und bildzeitungsmäßig behandelst.

Liebe Feiertagsgrüße,
Annelie

01. Mai 2018

Liebe Annelie, ich lese keine Bildzeitung, kann also mit dem Vergleich nicht viel anfangen. Die meisten Missbrauchsfälle bleiben unbemerkt und nur sensible Menschen, die bestimmtes Verhalten der betroffenen Kinder deuten können, schöpfen verdacht. Selbst die Ämter tun sich schwer, Situationen richtig einzuschätzen und was dagegen zu unternehmen. Sicher ist Unterstützung da und wird angeboten, aber wenn das Opfer vor Angst, Scham und Abhängigkeit schweigt, nützt alle Hilfestellung und Instanzen nichts … dass du die Zeilen „schmalzig“ findest, ist „Geschmacksache“ aber eine Meinung …

Liebe Grüße nach Lübeck
Soléa

01. Mai 2018

Liebe Soléa, das mag - leider - alles so zutreffen, hilft indes niemandem. Sensibel sind vor allen Dingen solche Menschen, die die Dinge nicht in sensationeller Manier aufbauschen und wirkliche, eher pragmatische, Lösungen aufzeigen, um Kinder wieder in ein Leben zu bringen, das sie diese schrecklichen Dinge verschmerzen lässt. Die Gerichtsverhandlungen, womöglich noch der Öffentlichkeit zugänglich, sind extrem genug. Ein tröstendes, Hoffnung gebendes, sensibles Gedicht hätte ich mir zu diesem Thema von Dir gewünscht. Auch das hättest Du gekonnt. Weißt Du, ich möchte nämlich nicht, dass Mädchen unter solchen Kerlen, die es nicht wert sind, länger als nötig leiden müssen.

Liebe Grüße zu Dir nach Frankreich,
Annelie

01. Mai 2018

Jede Medaille, liebe Annelie, hat zwei Seiten … Ich zeigte die eine auf, brach ein Stück (Ver)Schweigen … ergänze du die andere – Ich glaube, die liegt mir nicht ganz so …

Viele liebe Grüße
Soléa

01. Mai 2018

Eine traurige und schreckliche Geschichte erzählst Du sehr einfühlsam, liebe Soléa, die leider auch in unserem Land einen reellen Hintergund haben könnte ...

liebe Grüße - Marie

01. Mai 2018

… hat er, liebe Marie. Durch eine mir nahe Verwandte, die sich für solche und andere Kinder einsetzt, bin auch ich zum Teil, mit involviert … und würde manchmal nur gerne laut schreien – vor Fassungslosigkeit.

Herzliche Grüße und einen schönen Maistart
Soléa

01. Mai 2018

Dazu fällt mir eine chinesische Weisheit ein:
>Wer die Menschen kennenlernt liebt die Tiere.<
Und dennoch Hoffnung!

LG Monika

02. Mai 2018

Ja, liebe Monika, ein weises Zitat, wie ich meine. Der Mensch hat die Möglichkeit Verstand, Gewissen und Anstand zu gebrauchen, aber nicht jeder Mensch, weiß es anzuwenden und zu nutzen …

Viele liebe Grüße
Soléa

01. Mai 2018

Bin ganz bei Marie und Annelie. Gutes Gefühl.
Monika, wie sieht es aus mit Krieg unter Primaten, Fressen von Nachkommen, Inzest etc. ?
Tiere sind auch nur biologische Wesen.Ethik kann nur unsere Spezies entwickeln .. .
LG
ulli

02. Mai 2018

Danke, ulli, fürs Lesen und kommentieren.

Liebe Grüße
Soléa

02. Mai 2018

Das ist ja der Knackpunkt, lieber Ulli. Somit ist die Tierwelt gesteuert von der Natur (Schöpfer?) - wie auch immer, auch wenn es mir nicht gefällt - der Mensch jedoch kann sich entscheiden. Und? Was erfolgt? Unsagbare und unerträgliche Grausamkeiten, die vorsätzlich geschehen. Mein Fazit möcht ich so erklären. Sorry.

LG Monika