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Der hohe Baum

Bild von Willi Grigor
Bibliothek

Es kennt die Blume nicht die Sorgen,
die in Menschenköpfen wachsen.
Es pfeift der Spatz drauf hoch im Norden,
dass es wärmer ist in Sachsen.
Es schaut der Berg von seinem Gipfel
ganz unberührt in schöne Weiten.
Des Meeres Welle kann nicht wissen,
dass sie am Ziel wird sterben müssen.

Der hohe Baum ist merkbar anders.
Er stehend schaut, verstehend schweigt.
Nur ab und an sein Haupt er neigt
und schüttelt mild das Laub der Äste.

So mancher Mensch denkt: Ob er wohl denkt?
Haben sie, des Waldes Recken,
ihre eigne Hochkultur?
Und wenn ja, zu welchen Zwecken?
Und kennen sie der Menschen Sorgen,
die sie verfolgen, treiben, jagen?
Und sollten wir der Bäume Rauschen
- so wie sie uns - stillschweigend lauschen,
und auch, wie sie, so ab und an
unsre Häupter etwas neigen?

Vielleicht hat er, der hohe Baum,
uns einiges zu sagen.
Vielleicht kennt er den Grund der Fragen,
der Sorgen, die wir in uns tragen.

© Willi Grigor, 2018
Reflexionen und Gedanken

Interne Verweise

Kommentare

02. Mai 2018

Er ähnelt wohl uns Menschen kaum -
Drum schätzt der Mensch selten den Baum ...

LG Axel

02. Mai 2018

Ein Baum, der uns im Wege steht
und uns nicht aus dem Wege geht,
sagt bald Ade zu seiner Welt.
Wir schlagen ihn, bis dass er fällt!

Danke Dir, Axel

LG
Willi

02. Mai 2018

Deine Zeilen gefallen mir sehr –
Sie geben viel wahren Inhalt her …

Liebe Grüße
Soléa

02. Mai 2018

Ich freue mich, dass Du das so siehst, liebe Soléa.

Noch einen schönen Abend wünscht Dir
Willi

03. Mai 2018

Ein sehr schönes, gefühlvolles Gedicht.

Liebe Grüße, Susanna

03. Mai 2018

Deine Aussage ehrt mich, Susanna.

Herzliche Grüße aus einem kalten Schweden
Willi