Für P. ( nickname) in B.

von Annelie Kelch
Mitglied

Vorüber eilen die Wolken ohne Pass und Gepäck …
Ich wünschte, sie nähmen mich mit auf die Reise

Die Wunde in meinem Herzen: tiefer noch
als der letzte Messerschnitt

Das Blut aus meinem Herzen tropft
mir ins Aug' und macht mich blind

Dein Schweigen trägt Schmerzen über die Grenzen:
bin wieder ein trauriges Kind, eine traurige Braut ...

Draußen, mein Lieb, ist es lauter denn je
Wann herrscht wieder Frieden zwischen uns?

Ich habe dir längst verziehen, was zu verzeihen war
Bitte, verzeihe auch mir ...

Du hast deinen Hass nur geliehen, ich kenne dich besser
Ich möchte dich endlich in den Arm nehmen und weinen

Sollt' es mir jemals gelingen, dich auf meine
gute Seite zu ziehn, würde ich fröhlich sein und singen

Okay: Du bist der Weizen, ich die Spreu
Ich, Pazifistin, du, mein Lieb, bereits Diplomat? Oje ...

Wir haben göttliche Zeiten verlebt, denk mal zurück an H.!
Ich nehme alle Schuld auf mich, du kannst mir vertraun!

Mein Lieb, wann rufst du mich endlich an?
Ich brauche auch ganz dringend deinen Rat, vertraue dir blind

Ich schlucke vor lauter Kummer schon – Baldrian.
Bald kommen die Katzen und fressen mich auf.­
Das hast du dann davon!

Foto: privat, verfremdet
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Interne Verweise

Kommentare

02. Sep 2017

(D)Ein Text, der so die Hände reicht -
Verdient, dass Herzen er erweicht!

LG Axel

03. Sep 2017

Verzeihen ist ein so großes Wort
kennt keine Grenzen, keinen Ort
wenn möglich sollte man es tun
mit Friede im Herzen kann man besser ruhen...

Liebe Grüße
Soléa

03. Sep 2017

Vielen Dank, Soléa, für deinen klasse Kommentar. Auch ich bin bereit, einer gewissen Person zu verzeihen, die mir allerhand angetan hat, sofern sie es ehrlich meint. - P. zu verzeihen, fällt mir überhaupt nicht schwer, er ist ein wirklich sensibler Mensch, aber ich habe wohl mehrere Fehler begangen - ob er mir das je verzeihen wird, weiß ich nicht; aber ich hatte ihn immer und habe ihn darüber hinaus immer noch sehr lieb.

Liebe Grüße,
Annelie

03. Sep 2017

Liebe Annelie, manches im Leben lässt einen nicht mehr zur Ruhe kommen. Man stolpert immer wieder über Dinge die verletzt haben. Egal, ob man verletzt wurde, oder man selbst jemanden verletzt hat. Ich kann verzeihen und mich entschuldigen, aber je nach „Schwere“ nicht vergessen. Aber auch das hat “Vorteile“, zu DIESEN Menschen halte ich Abstand, damit sich sicherheitshalber nichts ähnliches mehr wiederholt… Ich nenne das „Überlebenskunst“.

Dir einen entspannten Abend und liebe Grüße
Soléa

04. Sep 2017

Liebe Soléa, vielen Dank für deinen sehr interessanten Kommentar. Man kann so manche Sachen nicht vergessen, gute und/oder schlechte. Wie sollte das auch gehen? Man kann zwar seine Wohnung aufräumen und den Papierkorb leeren, aber nicht seine Seele.
Es gibt sehr viele Menschen, zu denen ich Abstand halte. Ich habe gelernt, Vorsicht gegenüber bestimmten Personen walten zu lassen. Am liebsten sind mir die, die sich nicht um mich kümmern (weil ich eh genug zu tun habe) und friedlich ihr eigenes Leben leben. Ich hatte eine sehr gute Freundin (verstorben), und in Hannover hätte ich um ein Haar eine ganz ähnliche (auch äußerlich) gefunden. Wir haben beide an einem Excel-Kurs teilgenommen; aber ein Trauerfall in ihrer Familie kam leider dazwischen und sie konnte nicht mehr zum Unterricht kommen. Ganz merkwürdig war das: Ich saß neben ihr, und wir haben uns auf Anhieb verstanden, waren uns auf Anhieb sympathisch. Manchmal suche ich unbewusst in der Stadt nach einem Ersatz für Uschi, aber ich finde nirgendwo eine sehr große, sehr schwarzhaarige Frau mit einem intelligenten Gesicht und dunkelblauen Augen. Ich kann mir eine andere Freundin kaum vorstellen in meiner Fantasie. Möglich aber auch, dass ich melancholisch werden würde, sobald sie ihr zu ähnlich sehen würde.

Liebe Grüße zu dir,
Annelie

03. Sep 2017

Man kann lernen, zu vergeben,
aber nicht, zu vergessen.
Dein Gedicht berührt mich,
weckt Erinnerungen ...

Liebe Grüße - Marie

03. Sep 2017

Liebe Marie, es gibt zwei "Fälle", die ich leider nicht vergessen kann. Im Fall P. hingegen, habe ich längst alles vergessen, was "unschön" war und nur das Gute im Gedächtnis behalten. Ich gebe die Hoffnung nicht auf. Danke für deinen tröstenden Kommentar.

Liebe Grüße,
Annelie