Dem Samenkorn zum Glücke

Bild von Willi Grigor
Bibliothek, Mitglied

Mein lieber Freund war über hundert,
seinem Ende doch schon nah.
Und deshalb war ich nicht verwundert,
als ich ihn am Boden sah.

Es war Wehmut mehr als Trauer,
die ich ganz spontan empfand.
Unsre Freundschaft war von Dauer,
wir haben lange uns gekannt.

Sein Tod schlug eine große Lücke
in des Waldes Baumgeäst,
die Licht - dem Samenkorn zum Glücke -
hinunter bis zum Boden lässt.

Das helle, warme Sonnenlicht
weckt frisches, junges Leben auf.
Wenn ein alter Baum zerbricht,
beginnt ein neuer seinen Lauf.

© Willi Grigor, 2015
Landleben in Liverud

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Kommentare

03. Jun 2017

Wunderschöner Vers mit
einer sehr dezenten Magie
für das Alter, die Natur
und das Leben !
Gefällt mir gut.
LG Volker

03. Jun 2017

Den Baum, der 100 Jahre lebt,
trifft ein naturgewollter Tod.
Die Mehrzahl Bäume gar nicht lebt,
der Holzernter sie früh bedroht.

Danke für Deine Reflexion, Volker
LG Willi

03. Jun 2017

Bäume sind so wunderbar
doch vielen ist das nicht wirklich klar...

Liebe Grüße in Dein Wochenende
Soléa

03. Jun 2017

Ein Baum, der 100 Jahre lebt,
den gleichen Weg der Ahnen geht.
Um ihn herum ein Jungvolk steht,
ein Stamm, der seinen Namen trägt.

Auch Dir, Soléa, ein schönes Pfingstwochenende
Willi

05. Jun 2017

Das Prinzip Leben funktioniert nun mal so, Alfred: Leben und sich sich möglichst oft reproduzieren. Das gilt für Menschen, Tiere, Pflanzen.
Und wie gesagt und geschrieben: "Ich wär gerne eine Pflanze"
....
Ich selbst wär gerne eine Pflanze,
am liebsten dieser stille Baum,
der furchtlos steht wie eine Lanze,
den Laute, Fortschritt kümmern kaum.

Er steht so treu an gleicher Stelle,
wohin ein Samenkorn einst flog.
Er ist wie eine Lebensquelle,
die auch nie in die Fehde zog.

LG
Willi