Wolf im Schafsgewand

von marie mehrfeld
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Er ist ein Wolf im Schafsgewand,
hat Homo Sapiens sich genannt,
Intelligenz steckt ihm im Kopf,
die nutzt er falsch, der tumbe Tropf.
seht ihn nur an, den Menschenstamm,
wie er erstickt im eig’nen Schlamm,
der Herr der Welt meint er zu sein,
indes, das ist ein falscher Schein,

er hält sich für das größte Licht,
die Schöpfung schützen will er nicht,
er rottet Pflanzen, Tiere aus und
baut für sich das schönste Haus,
schottet sich ab mit hohen Mauern,
betrachtet Elend ohn’ Bedauern,
die Überheblichkeit herrscht vor,
man hört ihn brüllen laut im Chor:

der Mammon bringt uns weiter nur,
ganz ohne Rücksicht auf Natur,
der Norden reich, der Süden arm,
niemand ist gleich, dass Gott erbarm,
es wandern schon der Erde Achsen,
die Türme in die Wolken wachsen,
er schürt den Hass, führt weiter Kriege,
und weiß doch, es gibt keine Siege,

schaut man genau hin, dann erscheint,
er ist sich selbst der größte Feind,
erfinden kann er, denken, dichten, und
wird sich demnächst doch vernichten,
er liebt die Macht, schreit leere Worte,
und bald ist Nacht an diesem Orte,
die Pole schmelzen, Meere steigen,
der Sapiens tanzt den Todesreigen,

wenn nicht ein Wunder bald geschieht
und Weisheit in die Herzen zieht -
dem Nachbarn in die Augen schauen,
der Redlichkeit erneut vertrauen,
den Nächsten lieben, das macht Sinn,
es wär’ für Mensch und Tier Gewinn.
So kommt es nicht, das ahn’ ich jetzt.
Jedoch - die Hoffnung stirbt zuletzt.

Leonardo da Vincis vitruvianischer Mensch

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92 Seiten / Taschenbuch
EUR 9,50

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Kommentare

05. Sep 2018

Drum fliegt zum Mars er ja schon morgen!
(Dort kann man Plastikmüll entsorgen ...)

LG Axel

05. Sep 2018

Der Sapiens, er muss sich verwandeln,
nicht länger jammern, sondern handeln ...

LG und Dank
Marie

05. Sep 2018

Liebe Marie
"Krone der Schöpfung" wird er genannt
-wohl nur von sich sellber!-
Denn es liegt klar auf der Hand:
da lachen ja die Kälber!

Du hast so Recht mit deinem Gedicht! Ganz toll gemacht!
Liebe Grüße
Anouk

06. Sep 2018

Das Thema ist als Dauerschleife in meinem Kopf installiert, deshalb wiederhole ich es ununterbrochen in unterschiedlicher Form, danke für Deine freundliche Reaktion und liebe Grüße, Anouk -

Marie

05. Sep 2018

Ein sehr gutes Gedicht, liebe Marie. Danke dafür. Die Gier kennt wohl keine Grenzen. Auftrumpfen ist Trumpf (Trump(f) vorneweg) geworden. Lug, Betrug, (Staats-)Affären, Unfrieden, wo auch immer man hinschaut.

Liebe Grüße,
Annelie

05. Sep 2018

Es beschäftigt uns alle, das behaupten wir jedenfalls. Dennoch sind mir heute in der Stadt jede Menge Menschen mit Plastiktüten begegnet, dabei läge es auch in der Hand der Konsumenten, diesen Irrsinn zu beenden, immer eigene Behälter mitnehmen, nichts Eingeschweißtes mehr kaufen, dann würde sofort reagiert werden, doch ganz offensichtlich - wollen wir es nicht, weil es unbequem ist, nicht nur umzudenken, zu reden, sondern im Alltag zu handeln. Nicht die Anderen anklagen, sondern selbst tun, was im kleinen Rahmen möglich ist, das wäre die einzig hilfreiche Devise.Ziemlich zäh und deprimierend, das Ganze, und ich schließe mich selbst von der Anklage nicht aus.

Liebe Grüße - Marie

05. Sep 2018

Warum? Schade, hat mich angesprochen, ich wollte grade ausführlich antworten, dann lass ich es eben ...

Marie

Detmar Roberts
05. Sep 2018

Der reinste Poetryslam, wieder einmal, einer mit wichtigem Inhalt, bin beeindruckt, stell Dich einem Wettbewerb. Auch ich bin immer wieder zu lässig im Umgang mit umweltgerechtem Verhalten. Habe mir heute einen Pullover gekauft, hatte den Einkaufsbeutel wie meistens vergessen, habe aber immerhin auf die Plastiktüte verzichtet und ihn in der Hand nach Hause getragen. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.
Grüße zu Dir D.R.

05. Sep 2018

Danke Detmar; das Zitat stammt, meine ich, aus dem Markusevangelium, letztes Abendmahl, muss mal nachschauen ...

LG Marie

05. Sep 2018

alles gut.Aber nach einem ausführlichen Austausch heute,
wollte ich einfach nicht mehr kontrovers sein.
einen schönen Sommerabend
ulli

05. Sep 2018

Dir auch, schönen Abend - mit dem gegenteiligen Gefühl von kontrovers - einvernehmlich?
Marie

05. Sep 2018

Ich bin wahrlich kein Pessimist – doch Hoffnung, hab ich in diesem Fall, leider nicht …

Viele liebe Grüße
Soléa

06. Sep 2018

Danke Dir, liebe Soléa, ohne Aussicht auf Besserung kann ich nicht leben, sich an den kleinen schönen Dingen erfreuen, ist die Devise - und die WELT wäre ja noch zu retten, deshalb ruhig weiter hoffen ...

Liebe Grüße - Marie

06. Sep 2018

Guten Morgen liebe Marie, welche Aussicht auf Besserung meinst Du? Die Menschheit ist seit Jahren durch Medien und Co auf dem aktuellsten Stand und doch stagniert alles, nein wir gehen auch noch Rückwerts. Als Beispiel nenne ich mal aktuell die Autoindustrie. Diese Bescheißen uns seit Jahren, die Politik macht mit, und wir Zahlen jetzt durch Fahrverbote und Umrüstung die Zeche, ganz zu schweigen von unserer Gesundheit. Den k l e i n e n Mann zu gängeln und Rauchverbote in den Kneipen, wegen Gesundheitsgefährdung, durchzusetzen, das klappte wie Butter, aber sobald Industrie und Lobby im Spiel sind, werden alle Blind und Handlungsscheu.
Sich an kleinen Dingen zu erfreuen, manchmal auch an Großen tue ich auch! Mein Blick und Herz ist weit und was ich um mich herum sehe und habe, behandle ich mit Respekt und auch mit bedacht, ist aber zu gering um die Welt zu retten. Da braucht es die Masse und die denkt, wie es aussieht nicht wie du und ich und manch anderer. Das einzige was ich hoffe ist, das es hoffentlich keinen Krieg oder Weltuntergang gibt, beides wäre/ist selbstgemacht.

Herzliche Grüße zu dir nach Frankfurt
Soléa

06. Sep 2018

Ich meine ganz einfach - nur schimpfen nutzt gar nichts, macht krank, und damit ist keinem gedient. Da hilft nur, im kleinen eigenen Umfeld das Beste zu versuchen, immer wieder auf's Neue.
Herzliche Grüße dahin, wo Du grade bist, liebe Soléa!

Marie

05. Sep 2018

Liebe Marie,

bevor ich meinen Tag beschließe,
anbei hier doch noch meinen zurückgenommenen Kommentar.
Er war ja nicht ohne Respekt.
Dann kann ich nachher besser schlafen.Alles ist für
diesen Tag getan :

da stimme ich nicht ganz zu.
homo hominis lupus
ist nicht mein Menschenbild.
Dass wir als Spezies Homo bis heute überlebt
haben, macht überzeugend deutlich,
wir sind primär ein ' zoon politikon', ein soziales und
politisches Wesen.
Wir sind verführbar zu fast allem, aber 'Das Böse' ist für mich
eine Metapher, oder ein seltenes Phänomen.Bin da bei
H. Arendt ' Die Banalität des Bösen'.
Jeder möge das für sich beurteilen und bei sich selbst beginnen,
die Welt zu einem besseren Ort zu machen.Schwer genug.
Du formulierst es ja auch ähnlich liebe Marie.

An dem Strohhalm sollten
wir uns bei unserem Blick auf die Welt festhalten.
Mir gibt das Zuversicht . .. hin und wieder.

ulli