unverwechselbar

von marie mehrfeld
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Du und ich, im Wechsel, ich, hitzig, Du, hellgrün, verratenes Gerede, wartend, Ihr auch, mutige Zungen zerbissen, vollmundig, nackt das Rot, neben Dir, Du, nicht Lila? erst jetzt?

ein Gedicht? kann ich nicht, formloses, Ungesetzliches, entsetzt vernetzt, das dunkele Gelb, verletzt, unfromm Vollendetes? erwachsend zersingen, zärtlich, fremd-bartig,

das, für Bejun Mehta, zu hell, fürbass, nicht für Bass, erstaunt, sich fügende Fugen, niemals, schlafende Reben, benetzen, ein dunkel blutiges Blau, gibt es, die Seiten nie,

wechsele ich nicht, noch aus noch ein, wachse ich wieder, Saiten bewachend, aus G mach A, das hohe C, klirrt, irrt sich, Du, kleinster Finger, das höchste E, zu schwach,

ach! herz-zerreißende, helle Klänge, ver-klärte, Du, heute, in Uniform, buntiger? verwächst verwaschenes Erwachendes zu schnell? unter aufgespanntem, Orfeo, oder, Euridice?

tief schwarzem, reglos, immer noch regenlos, etwas brütet, unbehütet, im lästig lastigen, gegenteiligen Vorteil, hinterrücks Seiten wechselnd, rückseitig, rückhaltslos, rücksichts-los

Dich singen, sehen, hören, schwören, mit Schirm, bescheuert beschirmt, im Wechsel, Du und ich, und Ihr auch, Facetten im Grau, und der Countertenor, gänzlich, unverwechselbar

Buchempfehlung:

92 Seiten / Taschenbuch
EUR 9,50

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Kommentare

06. Aug 2018

Ein Konzert im Gefüge gefühlt
wohltemperiert fühlender Worte
zu Landschaftsbildern im
Kopfe sich fügen - sieh: Es gelingt
und klingt und klingt und klingt
hallt nach - die Poesie von dir.

LG Yvonne

07. Aug 2018

Symphonie forte, fantastique, eine furiose Tonmalerei - durchaus geeignet, in die "Weltgeschichte der Musik" einzugehen, liebe Marie, mit anderen Worten: eine unübertreffliche, burschikose Komposition von Worten - ein Gedicht, das auch Ingeborg Bachmann gefallen hätte. Hans Werner Henze hätte ganz sicher eine Melodie dazu komponiert, zumindest aber einen modernen Klangkomplex mit tollen Rhythmen dazu gefunden. Große Anerkennung!

Liebe Grüße,
Annelie

07. Aug 2018

Großer Dank für Deine Anerkennung, für Dein furioses Eingehen auf mein Gedicht, Ingeborg Bachmann, die Erzählung „Im Himmel und auf Erden,“ Gedichte habe ich von ihr gelesen, Hans Werner Henze, das Oratorium „Das Floß der Medusa“ habe ich mit Bewusstsein gehört, mit die bedeutendsten deutschen Künstler des 20. Jahrhunderts, das ist eine ganz andere Liga, ich schreibe so vor mich hin und versuche, eine eigene Sprache zu finden, ein Prozess, der dem des Malens ähnelt, das ich aufgegeben habe, weil ich meine Bildsprache nicht gefunden habe, und das mit dem Finger ist eine persönliche Erfahrung, mein linker kleiner (im Verhältnis viel zu kleiner) Finger war zu schwach, um auf der Geige die höheren Lagen sicher zu greifen, und der Countertenor Bejun Mehta singt wirklich einzigartig …

liebe Annelie, sei herzlich zurück gegrüßt –
Marie

07. Aug 2018

Dein Gedicht klingt noch länger nach –
Auch optisch, es mir ins Auge stach …

Liebe Grüße
Soléa

07. Aug 2018

Die Optik, die ist nebensächlich,
um Inhalt geht es mir, tatsächlich,
mir geht die Hitze auf den Geist,
verbring die Tage ruhend meist …

mein Dank und herzliche Grüße zu Dir, liebe Soléa –
Marie