Abendschmerz nach "Der Mond ist aufgegangen" (im Trakl-Sound, pessimist.))

von Annelie Kelch
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Die Nacht kam angeschlichen,
ist übern Wald gestrichen
mit schwarzer Silhouett’.
Die Stadt steht still, und droben
hat sich der Mond erhoben
aus seinem Federwolkenbett.

Jetzt ist es wieder leise
und man vernimmt die Weise
vom Weh und Ach der Welt.
Ob Arme oder Reiche,
der Mensch endet als Leiche,
auch wenn ihm dies gar sehr missfällt.

Der Glanz viel bleicher Sterne
in traumverlorener Ferne,
so mild und silbermatt:
fällt in das Laub der Bäume
und in den Schmerz der Träume,
die mancher tapf're Bürger hat.

Der Tag in seiner Fülle
ist nur mehr laute Hülle
um die Natur der Welt:
zerstört, verseucht, enteignet,
gejagt und ausgeweidet,
für noch und nochmals nöcher Geld.

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Kommentare

15. Mär 2017

Danke, Alfred, für deinen Kommentar. Aber ich verstehe ihn nicht ganz. Was hat die Länge der Melodie zu sagen und vor allen Dingen, wie misst du sie? Ich bitte dahingehend um Aufklärung, insbesondere darum, um welche Maßeinheit es sich handelt.

Liebe Grüße
Annelie