Flittergold

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Du surfst so leicht auf Wellenkämmen -
ich darf mich gegen Fluten stemmen.

Du rennst die offnen Türen ein –
Ausputzer darf ich dann wieder sein.

Du sammelst Flittergold in Mengen -
mein Geld wird nicht mein Konto sprengen.

Wenn dir Erfolg das Hirn verstrahlt,
werd ich in deinem Schatten alt.

Im Schweinsgalopp sahnst du das ab,
wofür ich hart geackert hab.

Dein Scheindasein wirkt selbstbefreit -
solid verbring ich meine Zeit.

So unverbindlich leicht dein Schweben,
Verlässlichkeit bestimmt mein Leben.

Du wirst von dem Applaus noch taub-
wohingegen man mir vertraut.

Die Menschen sind nicht alle gleich,
man ordnet ein nach „arm“ und „reich“,

nach „graue Maus“ und nach „berühmt“.
Ich frag, wem ist damit gedient?

Fünf Kilo Federn sind so schwer,
als ob‘s fünf Kilo Eisen wär.

Doch wird ein Raum von Luft befreit,
fallen sie in derselben Zeit.

So fallen wir meist auf den Schein,
der eingebildet ist, herein.

noé/2016

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Kommentare

07. Nov 2016

Der schöne Schein (zumal als Geld)
Zählt wohl allein auf dieser Welt ...

LG Axel

07. Nov 2016

Der Schein ist heilig - allemal..
was den Mond betrifft nannt man ihn fahl!