Na dann ... wohl bekomms!

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Nur geträumt ...?
Im Halbschlaf,
warm, unterm
zuckenden Lid: Schreie
der Gefiederten im
schwarzen Pfeil, der durch das
Blau eines neuen Himmels sirrt ...

Nur geträumt –
vom edlen Biberpelz,
wie er ihr schmeichelt,
der „feinen“ Dame –
Trophäe einer Frühlingsjagd.

Nicht geträumt ...
armer Bruder Biber – du darfst
neuerdings auch
Menschen beleiben –
geschnetzelt oder als
Ragout mit Knödeln.
Na denn, ihr hungrigen Leut …
Wohl bekomms!

Und nur geträumt – ach,
dass der Winter vorbei sei
und der Tag wie eine
goldene Münze glänzt,
geworfen vom Frühling.

Nur geträumt – ach,
von Sergej, dem Dichter:
Sein Weizenhaar ... wie es
die Taiga zum Leben erweckt.

Nur geträumt – mich,
im weißen Blütenschnee,
wenn die Zeiger der Monduhr
Mitternacht zeigen.

Ach, und nur geträumt,
dass unser Atem den Schnee
schmilzt, bevor der kleine
Krokus erwacht.

Copyright: Annelie Kelch; Foto: pixabay
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Interne Verweise

Kommentare

08. Feb 2018

Der Traum scheint wahr, das Leben nicht -
Poetisch schön blüht Dein Gedicht ...

LG Axel

08. Feb 2018

Zum Leben, da ... gehört nun mal das große Fressen.
Im Tschad hat mancher kaum zu essen.
Jetzt hat 's den Biber auch erwischt:
Freiwild geworden - wird er aufgetischt.

LG Annelie

08. Feb 2018

Ein feines Gedicht, liebe Annelie, nur das mit den Bibern - verstehe ich nicht, sie sind doch in unserem Land geschützt und vermehren sich fleißig in den Naturschutzgebieten ...

Liebe Grüße - Marie

08. Feb 2018

Sie vermehren sich für manche Leut wohl zu fleißig bisweilen;
deshalb, liebe Marie, schick ich Dir diese Zeilen
aus dem Jahre 2017. Daran hat sich wohl noch nichts geändert.

München - Der Biber hat sich so vermehrt, dass er in Ausnahmefällen geschossen und dann auch gegessen werden darf. So schmeckt das Tier. - Schau im Internet nach - unter Biber-Gericht. Wenn 's ums Kochen geht, sind unsere Landsleute sehr einfallsreich.

Liebe Grüße,
Annelie

08. Feb 2018

Traumhaft Gesellschaftskritik und jungen Frühling in Poesie verpackt.

Liebe Grüße, Ralf

10. Feb 2018

Gefällt mir, Annelie, überaus passabel!

Liebe Grüße in dein Wochenende
Soléa

10. Feb 2018

Passabel heißt: Es kann sich sehen lassen ...
Auf jeden Fall gibt 's keinen Grund wohl, es zu hassen.
Hab lieben Dank für Deinen Kommentar
und schönes Wochenende Dir, liebe - Soléa!

Liebe Grüße,
Annelie

10. Feb 2018

Herr A.C. Englert hat sich eingemischt, geschieht sehr selten,
was er geschrieben hat, wird ihm der liebe Gott vergelten.
Auch, wenn er gottlos ist und niemals Demut zeigt,
liebt Gott ihn, weil er keinen Vers vergeigt.
Zudem hat eine Menge er zu leiden ...
die krause Bertha kann das wohl beeiden.

LG Annelie

10. Feb 2018

Fir hundart Euro mach ick jeden Eid!
(Heut is Fußball! Keene Zeit!)

jez. Bertha Krause!
(Bier zur Halbzeitpause!)

10. Feb 2018

Liebe Annelie das Wort "passabel" ist mir durch dich nicht fremd, ich las es als Kommentar von dir in meinem Gedicht "Delirium". Und das "überaus" davor, war dann der/ein/mein Applaus ...!

Liebe Grüße und auch dir ein schönes Wochenende
Soléa

10. Feb 2018

Soléa, Kind, Du bist kein Papagei,
darum belassen wir `s dabei.
Passabel ist ein blödes Wort.
Hab 's eingesehn und streich es fort ...
es kommt nicht wieder,
hab 's grad ertränkt - in meinem Tauchsieder.

Liebe Grüße zu Dir,
Annelie

10. Feb 2018

Funkelnde Poesie.
Von wem nur ist dieses Gedicht?
Natürlich von Annelie.

LG Monika

10. Feb 2018

Wenn Monika sich zu erkennen gibt,
erhält man immer(!) Kommentare, die man liebt.
Für Deinen schönen Vers bedanke ich mich sehr:
Er kommt, wie man 's gewohnt, gut, reich und leicht daher.

Ein schönes Wochenende, Dir, liebe Moni,
und auch Dir, liebe Khalessi:
Führ bitte Moni aus,
geht fröhlich "Gässi",
Annelie

10. Feb 2018

träume traurig
manchmal träumend
traut bebildert
ganz"natür-lich"
immer wieder
tief ergreifend
im Begreifen

LG - Yvonne

12. Feb 2018

Dank, Dir, Yvonne, für Deinen Kommentar,
der im Begreifen träumerisch mir war.
So tief ergriffen im Ergreifen
uns wohl im Traum auch Bilder reifen.

Liebe Grüße,
Annelie