Am Fenster oder Death of a Clown

von Robert K. Staege
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Er sieht hinaus. Das Fenster ist
geschlossen. Er denkt nach, und misst
dem Leben keinen Sinn mehr zu.
Er möchte nur noch seine Ruh'.
Wie soll man lächeln, wenn man friert?

Sein Wirkungskreis scheint ihm zu klein:
nur Scherze machen, witzig sein,
doch wie's im Herzen drin aussieht,
was mit ihm selbst dabei geschieht,
wird von den andern ignoriert.

Das Clownsgesicht ist Maske nur,
verwischt der Trauer dunkle Spur.
Selbst lacht der Possenreißer nie,
versinkt oft in Melancholie,
und ist im Weinen sehr geübt.

Ganz stille geht das Fenster auf,
er lässt den Tränen freien Lauf.
Die Leute bracht' er leicht zum Lachen,
er konnte Kinder glücklich machen;
und war selbst immer tief betrübt.

Er sieht hinab und denkt sich fort
an den geheimen Sehnsuchtsort.
Dann startet er zum letzten Sprung ...

Jäh zeigt sich da Veränderung:
Der Schmerz verlässt die heißen Rippen.
Ein Lächeln spielt um seine Lippen ...

Er hat das Wunderland erreicht,
indem es stille ist und gut.
Und auf dem Pflaster rinnt das Blut ...

Geschrieben am 29. Juni 2017

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