Maskenhaft

von * noé *
Mitglied

Maskenhaft ist ihr Gesicht,
sie verzieht nicht eine Miene.
Ihr Gefühl, das fühlt sie nicht,
festgezurrt an dieser Schiene,

die sie durch ihr Leben führte,
geradewegs von A nach B –
damit sie keinesfalls es spürte,
denn das Spüren tut ja weh.

Spüren war ihr nicht erlaubt,
nicht das Lachen, nicht das Weinen.
Früh schon wurd' es ihr geraubt,
nur der Vater durfte meinen,

durfte wissen, durfte tun,
was er gern tat, Nacht für Nacht,
keine Nacht ließ er sie ruhn,
denn er hatte ja die Macht,

über sie und auch ihr Fühlen ...
und schon fühlte sie nichts mehr.
Sie ließ ihn mit der Puppe spielen,
denn die Puppe war ja leer.

Maskenhaft ist ihre Miene,
Tränenspuren im Gesicht,
dass er sich an ihr bediene –
... Besseres verdient sie nicht.

noé/2015

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Interne Verweise

Kommentare

01. Apr 2017

Das ist weit mehr als ein Gedicht -
Ein Psychogramm hier zu uns spricht ...

LG Axel

01. Apr 2017

Danke, Mara!
Es ist einer der vielen Texte im Gemeinschaftswerk "Masken Bilder" der Künstlergruppe 14 Zoll aus dem Jahr 2016.